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Die Oberfläche des Spiegels wirft mir ein warmes, goldenes Leuchten zurück, beinahe lebendig, als würde es atmen. Ich lasse meine Finger über den leichten Stoff meines Kleides gleiten, zufrieden mit der Wahl, die ich an diesem Morgen getroffen habe. Mein Blick verweilt auf meinen honigfarbenen Iriden, einer Mischung aus Sanftheit und Melancholie, die mich seit jeher begleitet. Ein hartnäckiger Gedanke durchzieht mich, still und doch glühend: Vielleicht wird Donovan dieses Leuchten in meinen Augen heute Abend wiederfinden.
Ich habe nie wirklich an Märchen geglaubt. Und doch habe ich vor drei Jahren, am 12. November, einen Mann geheiratet, der für mich selbst eine Art Versprechen der Wiedergeburt verkörperte. Unsere Begegnung reicht zurück bis zu meinem siebzehnten Lebensjahr, ein Alter, in dem alles zugleich zerbrechlich und doch reparabel erschien. Wir waren zwei Schiffbrüchige im selben Sturm, die ineinander einen Anker gegen das Chaos der Welt suchten. Die Liebe verband uns mit der Kraft eines unkontrollierbaren Feuers, riesig und verzehrend, doch sie erlosch ebenso schnell wie eine Sternschnuppe. Trotz allem wurde Donovan zum einzigen Zuhause, das ich je gekannt habe.
Zwei lange Jahre lang hofften wir auf ein Kind. Ich suchte nach Zeichen, studierte Zyklen, hoffte mit jedem neuen Morgen, dass sich endlich etwas in mir verändern würde. Donovan behauptete, damit zurechtzukommen, sagte, das Wichtigste sei unsere Verbindung. Doch hinter seinen tröstenden Worten spürte ich manchmal ein schweres Schweigen, eine Leere, die nichts vollständig füllen konnte. Seine aufgestauten Enttäuschungen schienen in der Luft zu hängen, unsichtbar und doch schneidend.
In dem Restaurant, in dem ich seit meinem Studium arbeite, hallen Darnells ungeduldige Schritte durch den Flur. Ich höre ihn meinen Namen knurren, als handle es sich um einen administrativen Notfall. Seine raue Stimme holt mich abrupt in die Realität zurück: der perfekt gewischte Boden, der Geruch von kaltem Kaffee, die Neonlichter, die Farben und Stimmungen erschöpfen. Hastig stopfe ich meine Sachen in meinen Rucksack: meine Pinsel, etwas Rouge, die schwarze Uniform, sorgfältig gefaltet und doch bereits vom Tag zerknittert. Dann durchquere ich den in Halbdunkel getauchten Raum und werfe Darnell einen Gruß zu, halb vertraut, halb automatisch. Der massive, brummige Mann bringt mich selbst dann zum Lächeln, wenn ich am liebsten verschwinden würde.
Draußen liegt der Parkplatz in einer Stille, die beinahe gefährlich wirkt, so ungewöhnlich ist sie. Mein müdes Auto wartet auf mich, rot wie eine alte, zerdrückte Frucht, gezeichnet von Kilometern und Unvorhergesehenem. Ich stecke den Schlüssel ins Zündschloss; der Motor zuckt, spuckt, und beginnt schließlich mit einem rauen Protest zu brummen. „Nur noch ein bisschen, bitte nur noch ein bisschen", murmele ich ihm innerlich zu, im Bewusstsein, dass ich allem, was mir hilft, seine Abwesenheit nicht zu spüren, eine Seele zuschreibe.
Ich fahre auf die Autobahn. Die Fassaden hinter mir werden zu einem Band aus flackernden, armseligen Lichtern. Die Nacht ist mild, doch der Wind trägt eine schneidende Nostalgie in meine Schläfen. In diesem Moment wird mir bewusst, dass mein Leben, so unspektakulär es auch sein mag, auf einem fragilen Gleichgewicht beruht: überleben im Hoffen und hoffen im Überleben.
Das Waisenhaus meiner Kindheit, der frühe Tod meiner Eltern, die Pflegefamilien, die mich nie wirklich aufgenommen haben... all das hat mich geformt wie ein hohles Metall. Und dann kam Donovan: sechs Monate Beziehung, ein spontaner Heiratsantrag, eine waghalsige Verbindung. In diesem Moment zweifelte ich an nichts. Die ganze Welt spiegelte sich in seinen Augen, und seine Augen reichten aus, um eine ganze Welt zu sehen. Kein Handbuch, kein verantwortungsbewachsener Erwachsener hatte mir beigebracht, dass lodernde Flammen Brennstoff brauchen, der manchmal fehlt, und dass manche Versprechen erlöschen, weil ihnen die Luft zum Atmen fehlt.
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