In ihrem früheren Leben starb Selene während der Geburt, nachdem ihr Alpha-Gefährte sie wegen einer anderen Frau verlassen hatte. Mit einer zweiten Chance im Leben schwor sie sich, alle Verbindungen zu dem Mann zu kappen, der ihr Leben zerstört hatte, und ihren rechtmäßigen Platz als Alpha-Erbin zurückzuerlangen. Entschlossen, ihr gefallenes Rudel wieder aufzubauen, begann sie Schritt für Schritt, ihr Schicksal neu zu schreiben. Doch alles änderte sich, als der geheimnisvolle Lycan-König auftauchte und eine schockierende Wahrheit enthüllte: Sie war dazu bestimmt, seine Gefährtin zu sein. Dieses Mal musste Selene entscheiden, ob die Liebe sie erneut zerstören würde … oder ob sie ihre Rettung werden könnte.
Selenes Perspektive
Eine brutale, bis auf die Knochen gehende Kälte breitete sich in mir aus, viel grausamer als die endlosen Eisfelder der Polargebiete.
Blut trübte meine schwindende Sicht, während ich hilflos auf dem Gebärbett lag und jeder Atemzug schwächer wurde als der letzte.
Zähe Flüssigkeit rann in langsamen, schrecklichen Strömen über die Matratzenkante, und jeder nasse Tropfen riss mich tiefer in einen Abgrund aus Hoffnungslosigkeit.
„Alpha ... Luna wird nicht mehr lange durchhalten ...“ Die zittrige Stimme des Rudelarztes übermittelte eine letzte, verzweifelte Bitte durch den leuchtenden Nachrichtenstein an Theron Blackwood, den Alpha des Dunkelklauen-Rudels.
Mit den letzten Überresten an Kraft, die in meinem gebrochenen Körper verblieben waren, starrte ich auf das schwache, flackernde Leuchten des Steins.
Ich wartete auf meinen Gefährten. Auf den Mann, der einst geschworen hatte, mich für den Rest seines Lebens zu beschützen. Ich wartete darauf, dass er kommen und mich retten würde.
Stattdessen klang aus dem Nachrichtenstein eine Stimme, die nichts als eiskalte Gleichgültigkeit ausstrahlte. „Hör auf, mich zu belästigen. Diese Frau und ihr Kind bedeuten mir nichts.“
Dann stieß Sylvia Graves — Therons Geliebte — ein süßes, kokettes Lachen aus, bei dem jedes Kichern vor schadenfroher Genugtuung triefte.
„Theron“, säuselte sie träge. „Lass dir von dieser sterbenden Schlampe nicht den Abend verderben. Wir haben doch gerade erst angefangen, Spaß zu haben.“
In dem Mamaent, als mich diese Worte trafen, wurde der Schmerz, der meine Brust zerfetzte, unendlich grausamer als die Qualen, die meinen Körper zerrissen.
Ich war Selene Hart, die alleinige Erbin des Silbernebel-Rudels — des einst unangefochtenen Rudels, das an der absoluten Spitze gestanden hatte.
Jahre zuvor war meine Familie ehrenhaft auf dem Schlachtfeld gestorben, als sie unser Territorium gegen einen massiven Angriff von Abtrünnigen verteidigte.
Nach dieser Schlacht zerfiel das Rudel stetig, doch das immense Vermögen, das sie hinterließen, blieb unberührt.
In den dunkelsten, unerträglichsten Jahren meines Lebens war Theron in diese Leere getreten und hatte mir Wärme geschenkt, als ich sie am meisten brauchte.
Damals glaubte ich wirklich, er sei der Gefährte, den das Schicksal für mich auserwählt hatte.
Wegen dieses Glaubens zögerte ich nie, mein Vermögen auszugeben. Ich steckte unzählige Ressourcen in die Stärkung des Dunkelklauen-Rudels.
Bei der Zeremonie unserer Gefährtenbindung hatte Theron meine Hände gehalten und geschworen, mich für den Rest seines Lebens zu lieben.
Selbst jetzt hallten seine tiefe Stimme und sein unerschütterlicher Schwur noch schmerzhaft in meiner Erinnerung nach.
Doch irgendwo auf dem Weg hatte er sich verändert.
Stück für Stück wanderte seine Aufmerksamkeit zu einer Gamma-Schülerin, die er persönlich gefördert hatte. Er behauptete, Sylvias lebhafter Geist und ihr unbeschwertes Lächeln seien alles, was er sich je in einer Gefährtin gewünscht hatte.
Und ich? Theron gab zu, dass unsere Verbindung nie etwas mit Liebe zu tun gehabt hatte. Von Anfang an hatte er nur das Vermögen des Silbernebel-Rudels und die endlosen Ressourcen gewollt, die ich dem Dunkelklauen-Rudel zur Verfügung stellen konnte.
Selbst als ich im Krankenhaus lag und mit einer brutalen Geburt kämpfte, weigerte er sich, mich ein letztes Mal zu sehen.
Schmerz durchzuckte meinen Körper in unerbittlichen Wellen, während ich mich so fest am Betttuch festkrallte, dass meine Fingerknöchel weiß hervortraten.
Eine wilde Wut erfasste mich, so heftig, dass sie alles andere verschlang.
Mehr als alles andere wollte ich eine zweite Chance. Ich wollte, dass die Mondgöttin real war. Ich wollte, dass sie mich hörte.
„Meine Liebe … wenn das Schicksal dir einen Neuanfang gewähren würde, was würdest du tun?“ Aus dem Nichts hallte plötzlich eine fremde, überirdische Stimme in meinem Kopf wider.
Hatte die Mondgöttin wirklich auf mein Flehen geantwortet?
Bevor ich den Gedanken verarbeiten konnte, überschwemmte mich ein blendendes Meer aus weißem Licht und verschlang alles.
Mit einem heftigen Keuchen schreckte ich im Bett hoch und rang verzweifelt nach Luft, ein Atemzug nach dem anderen. Jedes Einatmen brannte in meiner Lunge, und mein Herz hämmerte so heftig gegen meine Rippen, dass es sich anfühlte, als würde es gleich aus meiner Brust platzen.
Doch es lag kein metallischer Geruch von Blut in der Luft, keine erdrückende Verzweiflung des Kreißsaals, die sich wie ein Sarg um mich schloss.
Stattdessen war der Raum vom sauberen Duft von Zedernholz und teurem Kölnisch Wasser erfüllt, reich und vertraut.
Unkontrolliert zitternd hob ich die Hand und strich mit den Fingerspitzen über meine warme, glatte Haut.
Mein Kopf schnellte zur Wand, und der Kalender, der dort hing, raubte mir sofort den Atem — Jahr 402 der Neumond-Ära.
Das war das Jahr, in dem ich zweiundzwanzig geworden war, kaum einen Monat, nachdem ich Therons Gefährtin geworden war.
Damals beneideten uns noch alle. In ihren Augen schwebten wir im süßen Rausch der perfekten Flitterwochen.
Wellen des Unglaubens durchströmten mich. Die Mondgöttin hatte meinen verzweifelten Wunsch tatsächlich erhört.
Ich war fünf Jahre in die Vergangenheit zurückgeschickt worden.
„Luna, Ihr seid endlich wach?“ Die Schlafzimmertür knarrte auf, und Lily Weber, eine junge Omega-Dienerin, trat ein. Über ihren Armen lag sorgfältig ein schlichtes weißes Kleid.
„Die Mondsichel-Feier beginnt bald“, informierte sie mich leise. „Ihr solltet Euch jetzt anziehen. Der Alpha wartet bereits unten auf Euch.“
Schweigend fixierte mein Blick das weiße Kleid.
In einem Augenblick brachen Erinnerungen aus meinem früheren Leben wie eine gewaltige Flut über mich herein.
Das war die Nacht, in der Theron mich widerwillig zu einer Auktion mitgenommen hatte, nur um den Schein einer liebenden Gefährtenbindung für die Öffentlichkeit aufrechtzuerhalten.
In dem Versuch, seinem sogenannten erlesenen Geschmack zu gefallen, hatte ich törichterweise Sylvias Stil kopiert und dieses schlichte weiße Kleid getragen.
Was danach geschah, hatte mich zur allgemeinen Lachnummer gemacht. Sylvia war in genau demselben Kleid zur Auktion erschienen, eingehakt bei Theron, mit einem selbstgefälligen kleinen Lächeln, während er sie stolz durch die überfüllte Halle führte. Währenddessen sah ich — die Erbin des einst glorreichen Silbernebel-Rudels — aus wie eine armselige Schlampe, die krampfhaft versuchte, seine Geliebte zu imitieren.
Lily beugte sich näher und senkte vorsichtig ihre Stimme. „Ich habe gehört, der Alpha mag diesen schlichten, eleganten Stil sehr. Wenn Ihr es tragt, schenkt er Euch vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit.“
Mehr Aufmerksamkeit?
Ein bitteres Lachen entfuhr mir, während sich mein Magen vor Ekel so heftig verkrampfte, dass ich mich beinahe übergeben musste.
„Schaff das weg.“ Meine Stimme klang rau und leise, aber der eiskalte Befehl darin ließ keinen Widerspruch zu.
Lily erstarrte vor Schreck und drückte das weiße Kleid fester an ihre Brust. „Aber ... das wurde extra nach Euren Wünschen angefertigt ...“
„Bist du taub? Ich habe gesagt, schaff es weg.“ Ohne dem Kleid einen weiteren Blick zu würdigen, stieß ich mich auf die Füße. Meine nackten Füße versanken im weichen Teppich, als ich den Raum durchquerte und vor dem riesigen Kleiderschrank stehen blieb.
Reihen von eleganten Kleidern füllten den Schrank, jedes einzelne ausgewählt, um Therons Vorlieben zu entsprechen. Mit einer schnellen Bewegung zog ich das versteckte Fach auf, das tief dahinter verborgen war.
Darin ruhte ein karmesinrotes Kleid, so leuchtend, dass es wie eine lebende Flamme aussah, seine satte Farbe so dunkel und eindringlich wie frisch vergossenes Blut.
Dies war das zeremonielle Gewand des Silbernebel-Rudels — das heilige Symbol von Macht, Stolz und unantastbarer Autorität.
„Das hier werde ich anziehen“, erklärte ich mit scharfer, unerschütterlicher Stimme.
Wiedergeborene Luna: Vom Lycan-König beansprucht
Melted Compass
Werwolf
Kapitel 1 Eine Zweite Chance
31/07/2028
Kapitel 2 Der Kauf Des Ödlands
31/07/2026
Kapitel 3 Erzwungene Küsse
31/07/2026
Kapitel 4 Ich Brauche Drei Millionen
31/07/2026
Kapitel 5 Was Genau Willst Du Von Mir
31/07/2026
Kapitel 6 Du Siehst Heute Abend Umwerfend Aus
31/07/2026
Kapitel 7 Ich Mach Es Wieder Gut
31/07/2026
Kapitel 8 Im Mittelpunkt Der Aufmerksamkeit
31/07/2026
Kapitel 9 Dravens Wahre Identität
31/07/2026
Kapitel 10 Entführt
31/07/2026
Kapitel 11 Wo Ist Sie
31/07/2026
Kapitel 12 Stirb, Selene
31/07/2026
Kapitel 13 Wir Haben Noch Genug Zeit, Alles Zu Klären
31/07/2026
Kapitel 14 Theron Würde Niemals Der Vater Meines Kindes Sein
31/07/2026
Kapitel 15 Du Hast Dich Verändert
31/07/2026
Kapitel 16 Dein Platz Ist Nicht Im Klassenzimmer
31/07/2026
Kapitel 17 Die Befreiungsprüfung
31/07/2026
Kapitel 18 Eine Wette Eingehen
31/07/2026
Kapitel 19 Ein Treffen
31/07/2026
Kapitel 20 Diese Welt Existierte Nicht Mehr
31/07/2026
Kapitel 21 Dravens Geschenk
31/07/2026
Kapitel 22 Sein Kuss
31/07/2026
Kapitel 23 Zerbrich Ihren Stolz Vor Allen Augen
31/07/2026
Kapitel 24 Gift
31/07/2026
Kapitel 25 Ich Wollte Sie Markieren
31/07/2026
Kapitel 26 Ein Plötzlicher Hitzeschub
31/07/2026
Kapitel 27 Sie Würde Für Immer Aus Meinem Leben Verschwinden
Heute um00:02
Kapitel 28 Der Erste Tag An Der Traumhügel-Akademie
Heute um00:12
Kapitel 29 Nimm Deine Medizin Richtig
Heute um00:22
Kapitel 30 Ich Liebe Dich Einfach Nicht Mehr
02/08/2026
Kapitel 31 Eine Einladung
02/08/2026
Kapitel 32 Was Willst Du Sonst Noch
02/08/2026