Madelynn widmete Isaac drei Jahre ihres Lebens, nur um in dem Moment fallen gelassen zu werden, als seine erste Liebe zurückkehrte. Als sie erkannte, dass sie nichts weiter als ein Ersatz gewesen war, ging sie ohne einen Funken Reue. Jeder erwartete, dass ihr Leben völlig aus den Fugen geraten würde, bis ihre verborgenen Identitäten die ganze Welt erschütterten. Sie war die legendäre Mentorin hinter unzähligen Genies, eine von der globalen Elite bewunderte Frau und jemand, um den sich selbst mächtige Staatsoberhäupter bemühten. Sie war längst unerreichbar für Isaac. Während Isaac verzweifelt um eine zweite Chance flehte, heiratete Madelynn stattdessen seinen größten Rivalen Dominick und ließ ihm nichts als endloses Bedauern und unerfüllte Sehnsucht zurück. Madelynn verdrehte die Augen. „Bitte. Hör auf, dir etwas einzubilden. Dominick ist mein Schatz, mein Liebling, meine einzig wahre Liebe!“ Isaac drängte sie in die Enge, während Eifersucht in seinen Augen brannte. „Madelynn, du machst das doch nur, um mich zu provozieren. Du empfindest immer noch etwas für mich.“
Als der Arbeitstag sich dem Ende neigte, blieb Madelynn Morgan mit einer Tasse Kaffee in der Hand vor dem Büro des CEOs stehen.
Die Bürotür war nicht ganz geschlossen.
Durch den schmalen Spalt sah sie ihren Mann eine Frau in den Armen halten.
Die Kaffeetasse glitt Madelynn aus der Hand. Sie zerschellte auf dem Boden und zerbrach in Stücke.
Im Büro drehten sich beide zu dem Geräusch um. Für einen gefrorenen Augenblick schien alles stillzustehen.
Einen Moment später richtete sich Isaac Morgan, ihr Mann, langsam auf. Auf seinem Gesicht zeigte sich nicht die geringste Spur von Schuld, nur die leichte Verärgerung eines Menschen, dessen persönlicher Moment gestört worden war.
Er wandte sich Millie, seiner Geliebten, zu und stieß einen Seufzer aus, der frei von jedem Vorwurf war. „Ich habe dir gesagt, du sollst die Tür abschließen.“
„Ich habe es vergessen“, antwortete Millie mit süßer, koketter Stimme. Sie schmollte, bevor sie in aller Ruhe den Träger ihres Kleides zurechtrückte. Ihr Blick glitt zu Madelynn, und ein leichtes Lächeln kräuselte ihre Lippen. „Du bist also Madelynn. Du siehst mir wirklich ähnlich.“
Die Worte trafen tief.
Eine eisige Kälte breitete sich in ihr aus, während ihre Augen auf Isaac ruhten. „Wer ist sie?“
Isaac sah sie an, als wäre sie nur eine Angestellte, die versehentlich das falsche Büro betreten hatte. Er gab keine Antwort.
Stattdessen zog er einen Stapel Scheidungspapiere aus seiner Schreibtischschublade, warf sie auf den Tisch und sah sie mit ausdrucksloser Miene an. „Gutes Timing. Unterschreib sie.“
Madelynn ignorierte die Dokumente und wiederholte hartnäckig: „Wer ist sie?“
„Millie Bennett. Die Frau, die ich liebe. In gewisser Weise ist sie auch der Grund, warum du meine Frau geworden bist. Hättest du ihr nicht geähnelt und hätte meine Großmutter dich nicht gemocht, wärst du nie in die Familie Morgan eingeheiratet. Du solltest ihr dankbar sein.“
Eine knochentiefe Kälte breitete sich in Madelynn aus und sank in jeden Zentimeter ihres Körpers.
Drei Jahre Kälte und Gleichgültigkeit hatten nie so geschmerzt wie diese wenigen Worte.
Alles, was sie getan hatte, ihre Geduld, ihre Hingabe und ihre endlosen Bemühungen, war für ihn immer nur die Pflicht eines Ersatzes gewesen.
Ihre Nägel gruben sich tief in ihre Handflächen, während ein bitteres Lachen ihren Lippen entwich. „Isaac, du bist widerlich.“
Millie drehte geistesabwesend eine Haarsträhne um ihren Finger, ihre Stimme sanft und leise. „Madelynn, ich verstehe, wie du dich fühlst, aber Liebe lässt sich nicht erzwingen. Wären Isaac und ich damals nicht durch ein Missverständnis getrennt worden, hättest du nie die Chance gehabt, ihn zu heiraten.“
„Verschwende deine Zeit nicht mit ihr“, sagte Isaac mit offensichtlicher Ungeduld.
Unter den hellen Lichtern wirkten seine schönen Züge kälter als je zuvor. Die unverhohlene Verachtung in seinen Augen traf tiefer als alle Worte.
Madelynn stieß ein weiteres kaltes Lachen aus. Das war also die Wahrheit. Er hatte sie von Anfang an verabscheut.
Sie hatte tatsächlich geglaubt, dass sie mit genügend Mühe sein Herz gewinnen könnte, dass Beharrlichkeit selbst jemanden so Kalten wie ihn zum Schmelzen bringen könnte.
Als er sah, dass sie schwieg, schob Isaac die Scheidungspapiere näher. „Sei klug. Unterschreib sie.“
Madelynn senkte den Blick auf die Vereinbarung. Isaac hatte sie bereits unterschrieben, und seine Unterschrift wirkte hastig und gleichgültig hingekritzelt. Von Anfang an hatte diese Ehe für ihn absolut nichts bedeutet.
Ihre Augen glitten über die Bedingungen, und ihr ganzer Körper versteifte sich.
Jeder Vermögenswert und jede Aktie würde bei Isaac bleiben. Sie würde nicht das Geringste erhalten.
Sie hätte nie gedacht, dass er so absolut rücksichtslos sein könnte.
Die Worte kamen leise durch ihre zusammengebissenen Zähne, zitternd vor unterdrückter Wut. „Du lässt mich mit nichts zurück?“
„Mit deinem Status war die Heirat in die Familie Morgan und drei Jahre als meine Frau bereits die größte Ehre, die du dir erhoffen konntest. Sei also nicht undankbar.“
Ein spöttisches Lächeln zuckte über Madelynns Lippen. Juwelenschlüssel wäre ohne sie schon längst zusammengebrochen, doch er wischte all ihre Beiträge mit einem einzigen abfälligen Satz weg.
Wenn er entschlossen war, alles zu zerstören, was sie hatte, dann würde sie dafür sorgen, dass er genauso teuer dafür bezahlen würde.
Madelynn schnappte sich die Scheidungspapiere mit beiden Händen und riss sie mitten durch.
Das scharfe, reißende Geräusch hallte durch das Büro, während zerrissene Seiten auf den Boden schwebten.
Isaacs und Millies Ausdrücke änderten sich sofort. Isaacs Stirn zog sich zusammen, während seine Augen dunkler wurden. „Madelynn, bist du verrückt geworden?“
Madelynns Stimme durchbrach die Stille, kalt und fest entschlossen. „Du willst dich von mir scheiden lassen, um deine Geliebte zu heiraten? Gut. Aber erwarte nicht, dass ich mit leeren Händen gehe. Bring mir eine faire Abfindung. Sonst wird sie nie mehr als eine Geliebte sein!“
Isaac schnappte: „Madelynn, du ...“
Bevor er zu Ende sprechen konnte, hatte Madelynn sich bereits umgedreht und war gegangen. Die Bürotür knallte hinter ihr zu und erstickte die wütenden Worte, die er gerade schreien wollte.
Ich habe seinen größten Feind geheiratet
Calder Wyck
Modern
Kapitel 1 Du Siehst Mir Wirklich Ähnlich
31/08/2028
Kapitel 2 Er Wird Das Bereuen
01/09/2026
Kapitel 3 Sie Ist Viel Interessanter, Als Ich Erwartet Hatte
01/09/2026
Kapitel 4 Der Nyx-Heiler Lebt
01/09/2026
Kapitel 5 Hör Auf, Mich Zu Belästigen
01/09/2026
Kapitel 6 Sie Haben Die Falsche Vor Sich
01/09/2026
Kapitel 7 Antworte Für Mich
01/09/2026
Kapitel 8 Dominick Wird Dort Sein
01/09/2026
Kapitel 9 Ist Einhorn Wirklich So Gut
01/09/2026
Kapitel 10 Machen Wir Es Interessant
01/09/2026
Kapitel 11 Du Bist Nichts Als Ein Schlechter Verlierer
01/09/2026
Kapitel 12 Nimm Deine Hand Von Mir!
01/09/2026
Kapitel 13 Warum Ihn Auch Einladen
01/09/2026
Kapitel 14 Das Ist Alles Deine Schuld
01/09/2026
Kapitel 15 Sie Hat Mich Geschubst!
01/09/2026
Kapitel 16 Schlaf Gut
01/09/2026
Kapitel 17 Wir Werden Nicht Verlängern
01/09/2026
Kapitel 18 Wie Geht Es Oma
01/09/2026
Kapitel 19 Du Hast Wirklich Alles Gegeben
01/09/2026
Kapitel 20 Er Hofft, Sie Genießen Ihren Abend
01/09/2026
Kapitel 21 Sie Wurde Vergiftet
01/09/2026
Kapitel 22 Du Solltest Die Hoffnung Noch Nicht Aufgeben
01/09/2026
Kapitel 23 Entfernt Sie Sofort!
01/09/2026
Kapitel 24 Ich Spüre, Was Mit Mir Geschieht
01/09/2026
Kapitel 25 Behalte Den Ring Bei Dir
01/09/2026
Kapitel 26 Ich Glaube Dir
01/09/2026
Kapitel 27 Es Gab Keinen Grund Weiterzulesen
01/09/2026
Kapitel 28 Es Ist Der Einzige Grund, Warum Ich Noch Lebe
01/09/2026
Kapitel 29 Ich Möchte Freya Persönlich Treffen
01/09/2026
Kapitel 30 Ich Warte
01/09/2026
Kapitel 31 Dann Lass Mich Dir Einen Drink Kaufen
01/09/2026
Kapitel 32 Du Bist Offiziell Mein Guter Freund!
01/09/2026
Kapitel 33 Sie Ist Betrunken
01/09/2026
Kapitel 34 Du Hast Ihn Tatsächlich Geküsst
01/09/2026
Kapitel 35 Hast Du Kameras In Meinem Haus Installiert
01/09/2026
Kapitel 36 Du Bist Es Nicht Wert
01/09/2026
Kapitel 37 Was, Wenn Dich Jemand Erkennt
01/09/2026
Kapitel 38 Ich Versuche, Jemandem Das Leben Zu Retten
01/09/2026
Kapitel 39 Glaubst Du Nicht, Wir Verdienen Eine Erklärung
01/09/2026
Kapitel 40 Ich Habe Dich Im Stich Gelassen
01/09/2026