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Der Stiefschwester Verachtung, des Geliebten Lüge

Der Stiefschwester Verachtung, des Geliebten Lüge

Auf der elitären Gala des Richard-Strauss-Konservatoriums fühlte ich, Lina Weber, eine Stipendiatin und Geigerin, mich endlich zugehörig. Besonders mit meinem Freund an meiner Seite, Maximilian von Berg, einem einflussreichen Kurator, der mühelos in dieser Welt zu Hause war. Doch dann erwachte die große Leinwand, die eigentlich die Namen der Spender zeigen sollte, zum Leben. Sie zeigte ein zutiefst intimes Video von mir – eine Szene aus dem Schlafzimmer – für die gesamte Münchner Schickeria. Meine tiefste Demütigung wurde zum öffentlichen Spektakel. Als das Keuchen in grausames Flüstern und spöttisches Gelächter überging und meine Welt zerbrach, verschwand Maximilian, mein vermeintlicher Anker. Momente später fand ich ihn, wie er sich mit meiner Stiefschwester Isabelle brüstete und zugab, unsere gesamte Beziehung sei nur ein „unterhaltsames Spielzeug“ gewesen, um meinen Ruin zu inszenieren. Verraten von dem Mann, den ich liebte, wurde ich wie ein Tier von seinen Freunden in eine dunkle Gasse gezerrt und musste unvorstellbare Qualen erdulden: Chili-Wodka brannte in meiner Kehle, Blitze von Handykameras hielten meinen Schrecken fest und ein glühendes Eisen brannte sich in meine Schulter. Alles zur Belustigung der Öffentlichkeit, abgesegnet von Maximilian, der später kaltblütig Entführer anwies, mich „zu entsorgen“. Warum hatte er, der Mann, der mich einst gefördert hatte, eine so monströse Grausamkeit inszeniert? Warum hatte er mich gebrochen und gebrandmarkt zurückgelassen und wünschte sich meine Auslöschung? Welches dunkle Geheimnis trieb diese verdrehte Rache an, und konnte ich seiner furchterregenden Besessenheit jemals entkommen? Dieser rohe, qualvolle Verrat veränderte mich: Ich würde nicht nur überleben, ich würde aus seiner Welt verschwinden, zu meinen eigenen Bedingungen. Ich würde den Ruinen, die er geschaffen hatte, den Rücken kehren, um eine Zukunft zu schmieden, in der ich, Lina, endlich frei sein würde.
Der Tag, an dem ich starb und wieder auflebte

Der Tag, an dem ich starb und wieder auflebte

Klara Schmidt rang verzweifelt nach Luft, ihr Brustkorb fühlte sich an wie ein erstickender Schraubstock. Ihr sechsjähriger Sohn Leo sah zu, sein Gesicht kreidebleich vor Entsetzen. Anaphylaktischer Schock. Er verschlimmerte sich rapide. Sie würgte den Namen ihres Mannes Markus hervor und flehte ihn an, die 112 anzurufen. „Mama kann nicht atmen!“, schrie Leo ins Telefon. Aber Markus, der gerade beim „Netzwerken“ mit seiner Geliebten Céline war, tat es lässig als „Panikattacke“ ab. Minuten später rief er zurück: Der Krankenwagen, den er angeblich für Klara gerufen hatte, wurde nun zu Céline umgeleitet, die nur „gestolpert“ war und sich den Knöchel verstaucht hatte. Klaras Welt zerbrach. Leo, ein kleiner Held in seinem Herzen, rannte hinaus, um Hilfe zu holen, nur um von einem Auto erfasst zu werden. Ein widerlicher, dumpfer Schlag. Sie sah zu, ein Geist in ihrer eigenen Tragödie, wie die Sanitäter seinen kleinen, gebrochenen Körper zudeckten. Ihr Sohn war tot, weil Markus sich für Céline entschieden hatte. Am Boden zerstört. Pures Entsetzen. Erdrückende Schuldgefühle. Das Bild von Leo brannte sich in ihre Seele ein. Wie konnte ein Vater, ein Ehemann, nur so monströs egoistisch sein? Ein bitteres, verzehrendes Bedauern fraß sich in ihre Seele. Céline. Immer nur Céline. Dann riss Klara die Augen auf. Sie lag auf dem Boden ihres Wohnzimmers. Leo, lebendig und wohlauf, rannte herein. Es war eine furchterregende, unmögliche zweite Chance. Diese katastrophale Zukunft würde nicht eintreten. Sie würde ihr Leben zurückerobern, ihren Sohn beschützen und sie dafür bezahlen lassen.