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Unter einem von Zorn gesättigten Himmel verschwanden die Straßen von South Hampton hinter einem dichten Vorhang aus Regen. Die Stadt schien sich unter der Last der Wolken zusammenzukrümmen, als wolle das Gewitter jeden einzelnen Stein zerschmettern.
Hinter den verschlossenen Türen des Herrenhauses der Familie Lawrence konnte selbst der Glanz der Kronleuchter und der edlen Holzvertäfelungen die dort herrschende Dunkelheit kaum verbergen. In der angespannten Stille durchschnitt ein ersticktes Stöhnen die Luft. Mitten im großen Salon kroch Jeanne keuchend über den Boden, ihre Hände hinterließen rote Spuren auf dem polierten Parkett. Ihre Kräfte schwanden, doch das eisige Leuchten ihres Willens weigerte sich zu erlöschen.
Jeder Schritt auf sie zu hätte Hilfe bedeuten sollen – doch niemand rührte sich. Die Verlassenheit hatte um sie herum Gestalt angenommen, kalt und hart wie die Mauern des Anwesens. In ihrem Inneren hallten noch immer die giftigen Worte dessen wider, der sie hätte beschützen müssen.
- Jeanne... du beschmutzt unseren Namen. Hättest du nicht an Eden festgehalten, hätte ich dich an dem Tag hinausgeworfen, an dem deine Mutter dich zur Welt brachte.
- Meine Kinder sind Jasmine und Joshua. Du... bist nichts.
Diese Erinnerungen bissen tiefer als ihre Wunden. Ihre aufgeplatzten Lippen verzogen sich zu einem bitteren Lächeln. Ihre Halbschwester hatte ihr die Liebe genommen, ihre Zukunft zertreten – und dennoch war sie es, die Ausgestoßene.
Eine Gestalt beugte sich vor ihr nieder. Jasmine. Die Unschuld war aus ihren Zügen gewichen, ersetzt durch einen grausamen Glanz.
- Na, Jeanne... wie fühlt es sich an, von Papa zurechtgewiesen zu werden?
Jeanne wandte den Kopf ab und weigerte sich, dieses Gesicht als letztes zu verankern.
- Du hieltest dich für unantastbar. Du dachtest, Eden liebt dich? Wie naiv. Er gehört mir.
Wären ihre Knochen nicht bei jeder Bewegung vor Schmerz aufgeschrien, hätte sie genug Hass besessen, um Jasmine mit in ihren Sturz zu reißen.
- Du bist nichts weiter als eine Schande für die Familie, flüsterte Jasmine. Stirb – und erspare uns deine Gegenwart.
Doch Jeanne weigerte sich, diesem Befehl zu gehorchen. Leben, um zurückzuschlagen – das allein hielt sie noch aufrecht. Mit sadistischer Genugtuung füllte Jasmine ein Glas mit Wasser, warf eine Handvoll Salz hinein und goss die Mischung über ihre Wunden.
Ihr Schrei zerriss die Luft, doch kein einziges Familienmitglied wandte den Blick ab. Ein Messer blitzte in Jasmines Hand auf, die Klinge bereit, eine Spur in ihr Gesicht zu schneiden, als die Tür unter einem heftigen Stoß nachgab.
- JEANNIE!
Monica stürmte herein, außer Atem, und sank neben Jeanne auf die Knie.
- Ich bringe dich ins Krankenhaus.
- Träum weiter, fauchte Jasmine.
Monica senkte den Blick nicht.
- Dein Vater kann drohen, das ist mir egal.
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