Fünf Jahre lang war ich die perfekte, gehorsame Geliebte des Milliardärs Armand Taylor. Ich lebte in einem goldenen Käfig, stets bereit, seine Launen zu ertragen. Bis ich eines Morgens anstelle von ihm nur eine kalte E-Mail vorfand: Eine Abfindung in Millionenhöhe und die Adresse eines neuen Apartments. Aus den Nachrichten erfuhr ich den wahren Grund – er heiratete eine Adlige und räumte mich wie lästigen Müll aus dem Weg. Ich schluckte die Demütigung hinunter und reichte die Kündigung in seiner Firma ein, um endlich frei zu sein. Doch Armand duldete keinen Kontrollverlust. Er zwang mich, meine arrogante Nachfolgerin einzuarbeiten. Schlimmer noch: Sie manipulierte heimlich meine Akten, ließ einen Milliarden-Deal platzen und schob mir die Schuld in die Schuhe. Als ich versuchte, mich zu verteidigen, schaute Armand mich nur mit toten, eiskalten Augen an. „Sie haben drei Tage, um das in Ordnung zu bringen. Sonst sorge ich persönlich dafür, dass Sie ins Gefängnis gehen.“ Er fror meine Konten ein und sperrte mich in der Stadt ein. Er dachte, er hätte mich endgültig gebrochen. Was er jedoch nicht wusste: In meinem Mülleimer lagen drei positive Schwangerschaftstests. Wenn er von seinem Kind erführe, würde er mir mein Baby wegnehmen und mich für immer an seine Dynastie ketten. Die schiere Panik in mir verwandelte sich in eiskalte, mörderische Wut. Ich wischte meine Tränen ab, schlüpfte in ein rüstungsgleiches schwarzes Seidenkleid und schlich mich unter falschem Namen auf eine streng geheime Gala in den Hamptons. Ich würde den CEO des geplatzten Deals selbst finden. Mein altes Ich war tot, und der Krieg hatte gerade erst begonnen.
Das Morgenlicht schnitt durch die bodentiefen Fenster und malte einen sterilen Streifen über das Kingsize-Bett. Jodi Holden erwachte neben der vertrauten Leere. Die Laken auf Armands Seite waren kalt und unberührt. Er war schon weg.
Es gab nie eine Nachricht. Es gab nur die Spuren seines Aufbruchs.
Ihr Blick fiel auf das seidene Nachthemd, das sich auf dem Boden sammelte. Er hatte letzte Nacht den Träger zerrissen. Ein kleiner, gewaltsamer Akt inmitten dessen, was er Zärtlichkeit genannt haben wollte.
Sie griff nach ihrem Handy auf dem Nachttisch, ein Ritual, das sie hasste. Der Bildschirm war dunkel. Keine Nachrichten. Keine verpassten Anrufe. Nur der stille, unübersehbare Beweis, dass sie ihm nicht in den Sinn gekommen war, seit er sein Bett verlassen hatte.
Ihr Daumen schwebte einen Moment lang, dann tippte er auf das E-Mail-Symbol. Die Gewohnheit war tief verwurzelt, eine verzweifelte Suche nach irgendeiner Bestätigung ihrer Existenz.
Ganz oben in ihrem Posteingang war eine neue Nachricht. Der Absender war nicht Armand. Es war „Taylor Corp. Family Office".
Ihr stockte der Atem.
Die Betreffzeile war eine Aneinanderreihung von Projektcodes. Sie gab das Passwort ein, das sie vor fünf Jahren hatte auswendig lernen müssen. Die E-Mail öffnete sich.
Sie war brutal einfach. Keine Anrede, keine Erklärung. Nur die digitale Signatur eines elektronischen Schlüssels und eine Adresse: ein Penthouse-Apartment am Central Park West.
Ein kaltes Grauen, schwer und dicht, breitete sich in ihrem Magen aus. Das war es also. Er schob sie endlich ab, lagerte sie an einem neuen, günstigen Ort ein und räumte sein Leben auf.
Bevor sie den Gedanken ganz verarbeiten konnte, vibrierte ihr Handy mit einer Textnachricht. Eine Bankbenachrichtigung von der Credit Suisse.
Ihrem Privatkonto war eine siebenstellige Summe gutgeschrieben worden.
Das Handy glitt aus ihren tauben Fingern und klapperte auf dem Marmorboden. Der Betrag war zu hoch. Das war kein Unterhalt. Es fühlte sich an wie eine Abfindung. Eine letzte Zahlung für geleistete Dienste.
Ein Eisklumpen bildete sich in ihrer Kehle. Sie schluckte ihn hinunter, hob das Handy auf und tat etwas, das sie seit über einem Jahr nicht mehr getan hatte. Sie wählte Armands private Nummer. Die Vereinbarung erlaubte es, aber seine Reaktionen hatten sie darauf trainiert, es nicht zu tun.
Das Telefon klingelte sechsmal, jedes Klingeln dehnte sich zu einer Ewigkeit. Sie konnte beinahe sein genervtes Seufzen hören, als er schließlich abnahm. Im Hintergrund war das rhythmische Wumm-Wumm-Wumm der Rotorblätter eines Hubschraubers zu hören.
„Jodi."
Seine Stimme war kurz angebunden, distanziert. Der Klang eines Mannes, der unterbrochen wurde.
Sie kämpfte darum, ihre eigene Stimme ruhig zu halten, jede Spur der Panik auszulöschen, die in ihrem Inneren krallte. „Ich habe die E-Mail erhalten. Und die Überweisungsbestätigung."
Eine Pause. „Und?"
„Armand, was ist das?", fragte sie, und die Frage kam nur als Flüstern heraus.
Ein trockenes, humorloses Lachen kam durch die Leitung. Es war das grausamste Geräusch, das sie je gehört hatte. „Eine Belohnung", sagte er mit flacher, emotionsloser Stimme. „Für letzte Nacht. Für deinen Gehorsam."
Das Wort traf sie wie ein Schlag. Belohnung. Ihr Blut fühlte sich an, als würde es in ihren Adern zu Schneematsch gefrieren. Ihr Gehorsam war mit einem Preis versehen, verpackt und per Überweisung geliefert worden.
„Eine Belohnung?", wiederholte sie, und das Wort schmeckte wie Asche in ihrem Mund.
„Das Apartment ist für deine Bequemlichkeit. Es ist näher am Büro", sagte er, und seine Ungeduld sickerte durch die Verbindung. „Sei nicht schwierig, Jodi."
Er dachte, sie würde das Geschenk infrage stellen. Dessen schiere, beleidigende Großzügigkeit. Er hatte keine Ahnung, dass sie an der Demütigung erstickte. Dass er gerade den letzten Rest Würde, an den sie sich geklammert hatte, chirurgisch entfernt hatte.
Sie atmete zittrig ein. Die Luft fühlte sich dünn und nutzlos an. „Ich verstehe."
Sie beendete das Gespräch.
Sie sagte kein Wort mehr. Alles Weitere wäre als „schwierig" eingestuft worden. Jede Emotion wäre ein Bruch ihres unausgesprochenen Vertrags gewesen.
Sie ging zum riesigen Fenster, ihre nackten Füße lautlos auf dem kalten Boden. New York City breitete sich unter ihr aus, eine glitzernde, gleichgültige Bestie. Es war wunderschön und es war herzlos. Genau wie er.
Fünf Jahre. Fünf Jahre lang hatte sie die Rolle der perfekten, gefügigen Geliebten gespielt. So perfekt, so gefügig, dass er vergessen hatte, dass sie ein Mensch war.
Sie sah ihr Spiegelbild im Glas. Die schwachen, violetten Flecken an ihrem Hals, der Geist seiner Besitznahme. Zum ersten Mal überkam sie eine Welle echter, körperlicher Übelkeit.
Das Geld und das Apartment waren keine Geschenke. Es waren vergoldete Handschellen. Sie waren ein Schweigebefehl, geschrieben in Dollar und Quadratmetern.
Sie wandte sich vom Fenster ab und griff erneut nach ihrem Handy. Sie brauchte Ablenkung. Arbeit. Irgendetwas, um das Schreien in ihrem Kopf zu beenden. Sie öffnete die Nachrichten-App.
Eine Schlagzeile aus dem Finanzteil schob sich an die Spitze ihres Feeds.
Ihr Finger zitterte, als sie darauf tippte. Ihr Herz sank nicht nur. Es stürzte ab.
Taylor Corp CEO Armand Taylor kündigt Verlobung mit Mitglied eines europäischen Königshauses an.
Der Artikel war kurz, spekulativ, aber die Quelle war solide. Er wurde von einem körnigen Foto von Armand auf einer Gala in Monaco begleitet, sein Kopf einer blonden Frau zugeneigt, sein Profil scharf und konzentriert.
Und mit einem Mal fügte sich alles zusammen.
Das Apartment. Das Geld. Die „Belohnung".
Er schob sie nicht nur ab. Er beseitigte die Beweise. Machte reinen Tisch, bevor die neue Besitzerin ankam.
Ein Lachen entwich Jodis Lippen. Es war ein gebrochenes, stilles Lachen. Eine Träne zog eine heiße Spur über ihre kalte Wange, dann noch eine.
Endlich verstand sie den Preis ihres Gehorsams. Und sie wusste, mit einer Gewissheit, die sie bis ins Mark erschauern ließ, dass diese fünfjährige Transaktion endgültig und unwiderruflich vorbei war.
Schwanger und auf der Flucht vor dem skrupellosen Milliardär
Ellie Wynters
Modern
Kapitel 1
26/05/2026
Kapitel 2
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Kapitel 3
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Kapitel 4
26/05/2026
Kapitel 5
26/05/2026
Kapitel 6
26/05/2026
Kapitel 7
26/05/2026
Kapitel 8
26/05/2026
Kapitel 9
26/05/2026
Kapitel 10
26/05/2026
Kapitel 11
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Kapitel 12
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Kapitel 13
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Kapitel 14
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Kapitel 15
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Kapitel 16
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Kapitel 17
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Kapitel 18
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Kapitel 19
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Kapitel 20
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Kapitel 21
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Kapitel 22
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Kapitel 23
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Kapitel 24
26/05/2026
Kapitel 25
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Kapitel 26
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Kapitel 27
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Kapitel 28
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Kapitel 29
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Kapitel 30
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Kapitel 31
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Kapitel 32
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Kapitel 33
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Kapitel 34
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Kapitel 35
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Kapitel 36
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Kapitel 37
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Kapitel 38
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Kapitel 39
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Kapitel 40
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