Die unerwünschte Herzogin beansprucht ihren Thron

Die unerwünschte Herzogin beansprucht ihren Thron

Eustoma Reyna

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Als ich aus der Bewusstlosigkeit erwachte, lag ich auf dem kalten Boden in meinem schweren Hochzeitskleid. Nur wenige Meter entfernt lag mein frischgebackener Ehemann, ein mächtiger Herzog, mit meiner Halbschwester verstrickt im Bett. Sie hatten mich absichtlich mit einem speziellen Weihrauch betäubt, damit ich zusehen musste, wie sie mich in meiner eigenen Hochzeitsnacht demütigten. Die schmerzhaften Erinnerungen dieses Körpers fluteten meinen Verstand. Mein leiblicher Vater hatte mich wie Vieh verkauft, um politische Macht zu erlangen, und dieses perfide Betäubungsmittel sogar selbst als Hochzeitsgeschenk geschickt. Meine grausame Stiefmutter hatte das gewaltige Erbe meiner toten Mutter gestohlen, um ihre eigenen Kinder und die heimliche Geliebte meines Vaters zu finanzieren. Jeder, vom arroganten Ehemann bis zum niedrigsten Diener, sah in mir nur ein Opfer, das man nach Belieben mit Füßen treten konnte. „Lass sie hören, dann lernt sie gleich ihren Platz." Sie alle warteten auf meine Tränen und meine Verzweiflung. Sie dachten, ich sei immer noch das feige, wertlose Mädchen, das weinend auf die Knie fallen und um ein bisschen Mitleid betteln würde. Aber sie wussten nicht, dass die wehrlose Elenore bereits tot war und nun ich, eine eiskalte Geheimagentin, in ihrem Körper steckte. Ich lächelte nur, zerschmetterte den großen Spiegel und stürzte mich aus dem Fenster in die dunkle Nacht. Am nächsten Morgen stand ich vor meiner blutsaugenden Familie, um mein gestohlenes Erbe zurückzufordern und mein neues, gnadenloses Spiel zu beginnen.

Die unerwünschte Herzogin beansprucht ihren Thron Kapitel 1

Das Stöhnen einer Frau durchdrang den Nebel der Bewusstlosigkeit – hauchend, theatralisch, unverkennbar absichtlich. Es folgte ein leises Lachen eines Mannes, das Rascheln von Seidenlaken, das feuchte Geräusch von Lippen auf Haut.

„Oh, Sterling", schnurrte eine Stimme, süßlich und laut, für ein Publikum bestimmt. „Glaubst du, sie kann uns hören? Armes Ding. Aufwachen in ihrer Hochzeitsnacht, nur um festzustellen, dass ihr Ehemann eine andere Frau bevorzugt."

„Lass sie hören", kam die gelangweilte männliche Antwort. „Sie kann ihren Platz gleich jetzt lernen."

Die Geräusche zogen Elenore aus der Dunkelheit. Ihr Schädel pochte. Kälte sickerte durch Schichten schwerer Seide und kühlte ihre Haut im krassen Gegensatz zu der stickigen, süßlichen Luft. Sie lag auf dem Boden, ihr Kopf von einem dicken Aubusson-Teppich gepolstert, das Gewicht ihres Hochzeitskleides hielt sie wie ein Anker fest.

Dann kamen die Erinnerungen – nicht ihre eigenen. Sie strömten herein wie ein gebrochener Damm. Ein Mädchen namens Elenore Wells, Tochter eines Herzogs. Eine Mutter, die bei der Geburt starb. Ein Vater, der es kaum erwarten konnte, wieder zu heiraten, der sie auf ein verfallenes Landgut verfrachtete und vergaß, dass sie existierte, der die uneheliche Tochter seiner neuen Frau im Herrenhaus aufzog, als wäre sie die rechtmäßige Erbin. Eine politische Ehe, die ihr Vater arrangiert und ihr aufgezwungen hatte. Ein Hochzeitstag. Dieser Hochzeitstag. Ihr neuer Ehemann war Sterling Hawthorne, Herzog von Hawthorne. Und dieses Geräusch – dieses spöttische, performative Stöhnen – gehörte Isabelle. Ihre Halbschwester nur dem Namen nach. Das Kuckuckskind, dem alles gegeben worden war, was Elenore hätte gehören sollen.

Das Training setzte ein und überwand die Panik und Verwirrung eines fremden Bewusstseins. Agentin. Codename: Nightingale. Feindliche Umgebung. Analysieren. Bewerten. Überleben.

Ihre Glieder fühlten sich bleiern an. Betäubt. Die Luft war dick von übermäßig süßem Weihrauch – ein Schlafmittel, wahrscheinlich mit einer aphrodisierenden Komponente. Klassische Honigfalle, ungeschickt ausgeführt.

Langsam, lautlos stützte sie sich auf die Ellbogen, ihre Bewegungen vom voluminösen Rock verborgen. Sie presste ihren Rücken gegen die kalte steinerne Kaminwand und fixierte das Bett mit ihrem Blick.

Sterling Hawthorne, ihr Ehemann, lehnte am Kopfteil, sein gemeißeltes, aristokratisches Gesicht eine Maske der Gleichgültigkeit. Mit ihm verstrickt war Isabelle, völlig nackt, ohne jegliche Anstrengung, sich zu bedecken. Sie ließ das Seidenlaken absichtlich tiefer rutschen und schmiegte sich tiefer an Sterlings Brust, ihre Augen huschten triumphierend zu Elenore.

„Oh, Himmel! Sterling... sieh mal! Sie ist wach!", rief Isabelle und zeigte auf Elenore, ihre Stimme triefte vor süßlicher Süße. „Es tut mir so leid, dass du das sehen musstest, Schwester. Wirklich. Aber es ist besser, du lernst jetzt, wo sein Herz wirklich liegt." Sie fuhr mit einem trägen Finger Sterlings nackte Brust hinunter. „Sterling hatte keine andere Wahl, als dich zu heiraten. Dein Vater verlangte es, und die Verträge ließen ihm keinen Ausweg. Er war gefangen. Aber bilde dir niemals ein, dass es irgendetwas bedeutet. Sein Körper mag dir auf dem Papier gehören, aber sein Herz wird immer mir gehören."

Die Verzweiflung der ursprünglichen Elenore überrollte sie, eine Flutwelle von Herzschmerz, so tief, dass sie fast nach Luft schnappte. Dies war der Höhepunkt eines Lebens, in dem sie immer die Zweitbeste war, in dem ihr gesagt wurde, sie sei wertlos.

Aber die Agentin, die neue Seele in diesem Körper, spürte nichts davon. Der Herzschmerz gerann zu etwas Kaltem und Scharfem – einer eisigen Wut, die ihre Sinne schärfte.

Sie schrie nicht. Sie weinte nicht.

Sterling drehte sich um. Seine kühlen grauen Augen zeigten keine Schuld, keine Reue – nur ein Aufblitzen von Ärger über die Unterbrechung. Er schwang die Beine über die Bettkante und zog mit ärgerlicher Langsamkeit einen seidenen Morgenmantel an, dann ging er gemessen und selbstbewusst auf sie zu.

„Wach, sind wir?", seine Stimme triefte vor Herablassung. „Es scheint, der Weihrauch hat seine Wirkung verloren."

Isabelle, in ein Laken gewickelt, huschte, um sich hinter ihm zu verstecken, und spähte Elenore mit dem triumphierenden Blick einer Siegerin an.

Elenores Ausdruck blieb undurchdringlich. Sie blickte Sterling direkt an, nicht als Ehemann, sondern als Ziel. Ein Problem, das es zu neutralisieren galt.

Ihr Schweigen spannte die Spannung. Das war nicht die Reaktion, die sie erwartet hatten. Wo waren die Tränen? Die Anschuldigungen? Der erbärmliche Zusammenbruch?

Sterlings Stirn runzelte sich. Er griff nach ihrem Arm. „Da du wach bist, kannst du auch gleich deinen Platz in dieser Anordnung verstehen."

Seine Finger wollten sich gerade um ihr Handgelenk schließen, als sie sich bewegte – eine leichte Gewichtsverlagerung, ein subtiles Drehen ihrer Schulter. Seine Hand schloss sich um leere Luft.

Die Bewegung war so fließend, so unerwartet, dass er für einen Moment fassungslos war. Er starrte auf seine leere Hand, dann zurück zu ihr, Verwirrung huschte über sein Gesicht.

Isabelle nutzte den Moment. „Schwester, bitte sei nicht böse auf Sterling!", rief sie, ihre Stimme dick von falschen Tränen. „Es war meine Schuld. Ich... ich liebe ihn zu sehr, um fernzubleiben."

Elenore sprach schließlich, leise, aber schneidend. „Ist die Vorstellung vorbei?"

Die Frage hing in der Luft, scharf und tödlich. Sterling und Isabelle erstarrten.

Elenores Blick schweifte durch den opulenten Raum. „Das Bühnenbild ist exquisit", fuhr sie fort, gesprächig, distanziert. „Aber die Schauspielerei ist furchtbar. Besonders deine, Isabelle."

Sie trat vor, ignorierte Sterlings vorsichtige Haltung und ging auf ihre Schwester zu. Isabelle zuckte zusammen, wich instinktiv zurück, ihr künstliches Selbstvertrauen zerbröselte unter diesem kalten, analytischen Blick.

Ein kleines, grausames Lächeln berührte Elenores Lippen. „Wie rührend. Die große, tragische Romanze. Der Herzog, der zur Ehe gezwungen wurde, und seine ergebene Geliebte, die treu im Schatten wartet." Ihre Stimme sank zu einer Messerspitze. „Aber hier ist die Wahrheit, die du dir selbst erzählt hast, um diese schmutzige kleine Affäre wie Schicksal erscheinen zu lassen. Wenn Sterling dich wirklich geliebt hätte, Isabelle, hätte er Himmel und Erde in Bewegung gesetzt, um dich zu heiraten. Verträge können gebrochen werden. Allianzen können neu verhandelt werden. Männer mit Macht bekommen, was sie wollen." Sie neigte den Kopf, ihr Lächeln verbreiterte sich. „Aber er hat nicht für dich gekämpft, oder? Er hat die Papiere unterschrieben. Er stand am Altar. Er hat mir seinen Ring an den Finger gesteckt. Und du...", sie ließ ihren Blick mit absichtlicher Verachtung über Isabelles nackte Gestalt schweifen, „...du bist immer noch genau da, wo du immer warst. Im Schatten. Am Rande. Nie ganz genug, um gewählt zu werden."

Die Worte waren ein Stilett, das direkt in Isabelles tiefste Unsicherheiten getrieben wurde.

Isabelles Gesicht wechselte von blass zu einem fleckigen, wütenden Rot. Sie stürzte vorwärts, jede Fassade war verschwunden, ersetzt durch pure Wut. „Du elende, wertlose—!"

Aber Sterlings Arm schoss hervor und blockierte sie. Seine Augen waren mit einer neuen, gefährlichen Intensität auf seine Frau gerichtet. Das schüchterne Lamm hatte gerade Zähne gezeigt, und er war trotz sich selbst fasziniert.

Elenores Blick glitt über ihre schockierten Gesichter. Innerlich spürte sie nichts als eine weite, eisige Ruhe. Das Spiel hatte gerade erst begonnen.

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“Als ich aus der Bewusstlosigkeit erwachte, lag ich auf dem kalten Boden in meinem schweren Hochzeitskleid. Nur wenige Meter entfernt lag mein frischgebackener Ehemann, ein mächtiger Herzog, mit meiner Halbschwester verstrickt im Bett. Sie hatten mich absichtlich mit einem speziellen Weihrauch betäubt, damit ich zusehen musste, wie sie mich in meiner eigenen Hochzeitsnacht demütigten. Die schmerzhaften Erinnerungen dieses Körpers fluteten meinen Verstand. Mein leiblicher Vater hatte mich wie Vieh verkauft, um politische Macht zu erlangen, und dieses perfide Betäubungsmittel sogar selbst als Hochzeitsgeschenk geschickt. Meine grausame Stiefmutter hatte das gewaltige Erbe meiner toten Mutter gestohlen, um ihre eigenen Kinder und die heimliche Geliebte meines Vaters zu finanzieren. Jeder, vom arroganten Ehemann bis zum niedrigsten Diener, sah in mir nur ein Opfer, das man nach Belieben mit Füßen treten konnte. „Lass sie hören, dann lernt sie gleich ihren Platz." Sie alle warteten auf meine Tränen und meine Verzweiflung. Sie dachten, ich sei immer noch das feige, wertlose Mädchen, das weinend auf die Knie fallen und um ein bisschen Mitleid betteln würde. Aber sie wussten nicht, dass die wehrlose Elenore bereits tot war und nun ich, eine eiskalte Geheimagentin, in ihrem Körper steckte. Ich lächelte nur, zerschmetterte den großen Spiegel und stürzte mich aus dem Fenster in die dunkle Nacht. Am nächsten Morgen stand ich vor meiner blutsaugenden Familie, um mein gestohlenes Erbe zurückzufordern und mein neues, gnadenloses Spiel zu beginnen.”
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