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„Mrs. Sanford, mein tiefstes Beileid zu Ihrem Verlust."
Christa Byrd nahm den Händedruck des Mannes mit der perfekten Balance aus Wärme und Zurückhaltung entgegen, ihre Finger berührten kaum seine Handfläche, bevor sie sie wieder zurückzog. Das schwarze Kleid von Tom Ford schmiegte sich an ihre Schultern wie eine zweite Haut, die Seide schwer und teuer auf ihrer Haut.
„Danke, Mr. Nowak. Curtis war ein bemerkenswerter Mann." Sein Tod war plötzlich gekommen – ein Helikopterunfall in den Alpen. Der offizielle Bericht nannte mechanisches Versagen als Ursache, aber Christa erinnerte sich, wie Curtis einmal über einen Konkurrenten mit Verbindungen zur Mafia gescherzt hatte. Damals hatte sie es abgetan. Jetzt fühlte sich der Gedanke wie ein Splitter unter der Haut an.
Mitch Nowaks Augen verweilten einen Moment zu lange auf ihrem Gesicht, glitten dann zur Bar und wieder zurück zu ihr. „In der Tat bemerkenswert. Und sein Ableben wirft … gewisse Fragen bezüglich der Ausrichtung von Sanford Dynamics auf. Der Vorstand muss in heller Aufregung sein."
Christas Lächeln blieb unerschütterlich. Sie hatte dieses Lächeln an der Harvard Business School gelernt und es in sieben Jahren Ehe mit Denny Sanford perfektioniert. Es sagte alles und nichts.
„Der Vorstand ist vereint darin, Curtis' Vermächtnis zu ehren", sagte sie. „Wenn Sie mich nun bitte entschuldigen, ich muss die Details für das Catering bestätigen."
Sie drehte sich um, bevor er antworten konnte, während ihre Absätze auf dem Marmorboden des Anwesens in den Hamptons klickten. Die Gedenkfeier für Curtis Sanford hatte dreihundert der einflussreichsten Namen New Yorks angezogen, und jeder einzelne von ihnen war mit einer in Trauerschwarz gekleideten Agenda gekommen.
Christa bewegte sich durch die Menge wie ein Messer durch Wasser. Sie hielt inne, um das Beileid der Frau eines Senators entgegenzunehmen, wehrte eine Frage zur neuen Initiative der Stiftung ab und lachte leise über eine Erinnerung, die jemand über Curtis' College-Tage teilte. Jede Interaktion war choreografiert, präzise, erschöpfend.
Sie brauchte Luft.
Nicht die Gartenluft, die dick von Zigarettenrauch und geflüsterten Spekulationen war. Echte Luft. Einsamkeit.
Christa glitt zur großen Treppe, ihre Hand fuhr am Geländer entlang. Der zweite Stock des Sanford-Anwesens war bei solchen Veranstaltungen verbotenes Terrain, für die Familie reserviert. Sie stieg langsam die Treppe hinauf, ihre Muskeln schmerzten von der Vorstellung unten.
Der Ostflügel war still. Staubkörnchen tanzten im Nachmittagslicht, das durch hohe Fenster fiel. Sie ging an geschlossenen Türen vorbei – Gästezimmer, Curtis' Kinderzimmer, das Kinderzimmer, in dem seine Tochter einst geschlafen hatte –, bis sie die schwere Eichentür am Ende des Flurs erreichte.
Curtis' Arbeitszimmer.
Er hatte es sein Heiligtum genannt. Leder und alte Bücher und die besondere Stille eines Raumes, der echte Gedanken beherbergte. Christa hatte hier Stunden mit ihm verbracht und ausgerechnet über Poesie diskutiert, während Denny unten die Geschäfte erledigte.
Sie zog ihr Handy heraus und wollte Maura gerade eine kurze Nachricht über ihre neue voraussichtliche Abfahrtszeit schicken, als sie Stimmen aus dem Arbeitszimmer hörte.
„… können uns nicht immer so treffen."
Brittany Baldwins Stimme. Curtis' Witwe. Seit vier Jahren Christas Schwägerin.
Christas Hand erstarrte. Sie sollte gehen. Welche private Trauer Brittany auch immer durchmachte, es war nicht an Christa, sich einzumischen.
Dann hörte sie Dennys Stimme.
„Es gibt keine andere Wahl. Nicht, bis …"
„Denny, ich habe Angst." Brittanys Stimme wurde leiser, intim und zitternd. „Was, wenn Millicent es herausfindet? Sie wird mich aus der Familie werfen lassen. Du weißt, was sie von Skandalen hält."
„Das wird sie nicht." Dennys Stimme war fest, bestimmt, die Stimme, die er in Vorstandssitzungen benutzte, wenn er eine Debatte beenden wollte. „Curtis ist gerade erst gestorben. Niemand wird dich anrühren. Und außerdem ist unser Plan das, was zählt."
Christa hielt den Atem an.
Plan?
„Sobald der Vaterschaftstest bestätigt, dass das Baby ein Sanford-Erbe ist", fuhr Brittany fort, ihre Stimme nun fester, fast berechnend, „ändert sich alles. Curtis' Trust, die Vorstandssitze, die Stimmrechtsanteile – alles fließt durch dieses Kind. Unsere Zukunft ist gesichert."
Baby.
Das Wort traf Christas Brust wie ein körperlicher Schlag. Sie umklammerte den Türrahmen, ihre Knöchel traten weiß gegen das dunkle Holz hervor.
„Genau", sagte Denny. „Ein Erbe. Das ist die Trumpfkarte, die wir brauchen. Curtis' Trust war so strukturiert, dass er eine Generation überspringt, wenn es keinen direkten Nachkommen gibt. Brittany, mit diesem Kind kontrollieren wir alles."
Christas Magen drehte sich um. Sie presste ihre freie Hand auf den Mund und schmeckte die Galle in ihrem Rachen.
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