/0/30251/coverorgin.jpg?v=dced00c862863c7b6f7195809e71c44c&imageMogr2/format/webp)
Kapitel 1
Amélie Conley war im Schatten eines grausamen Urteils aufgewachsen: Seit ihrem sechzehnten Lebensjahr, dem Alter, in dem ihr Wolf hätte erwachen sollen und nicht, wurde sie die Conley-Katastrophe genannt. Dieser zunächst geflüsterte Spitzname war nach und nach zu einer scharfen Wahrheit geworden, die sich in seine Haut eingepflanzt hatte. Im Rudel war sie nur Gegenstand von Beleidigungen und Spott, ein Omega ohne Wolf, der als nutzlos galt. Aber die tiefste Wunde kam weder von den Sticheleien noch von den verächtlichen Blicken – sie kam von ihrer Familie, von diesen Eltern, die sie an den Rand ihrer Zuneigung gedrängt hatten, während Flora, die strahlende Jüngste, wie ein Stern strahlte.
Doch vier Jahre zuvor schien sich alles zu ändern, als sie Alex Morgan, ihren Seelenverwandten, traf. In seinen Augen hatte er einen festen Stand in einer Welt repräsentiert, die kurz vor dem Zusammenbruch stand. Und an diesem Abend schritt Amélie, getragen von der fieberhaften Freude über die Nachricht, die sie für heilig hielt, mit leichten Schritten auf ihr Haus zu. Sie wollte Alex überraschen, obwohl er ihr heute Morgen gesagt hatte, dass sie sich später wiedersehen würden. Die Aufregung, schwanger zu sein, hatte sie dazu gebracht, ihren eigenen Plan, ihm persönlich zu sagen, dass sie Eltern werden würden, zu ignorieren.
Sie betrat sein Haus, ohne anzuklopfen, überzeugt davon, dass seine Anwesenheit ihm gefallen würde, und stieg die Treppen gleichzeitig hinauf. Doch sobald sie den Treppenabsatz betrat, zerbrach etwas in ihr. Ein Paar scharlachrote Pumps lagen in der Nähe des Eingangs zu Alex' Zimmer – Schuhe, die sie unter Tausenden erkannt hätte.
Ein kaltes Gefühl lief seinen Rücken hinunter. Sie bewegte sich vorwärts, obwohl sich in ihrem Hals ein Kloß bildete, geleitet von leisen Seufzern, die hinter der halb geöffneten Tür aufstiegen. Ihr Herz zuckte, eine instinktive Warnung, aber sie stieß trotzdem die Tür auf.
Die Welt brach zusammen.
- Lauter ... ja, so ... keuchte eine Stimme, die sie genau kannte, die von Flora.
Amélie erstarrte und konnte nicht atmen. Auf den ungemachten Laken waren Alex und seine Schwester in einer unverkennbaren Umarmung miteinander verbunden. Alex' Hände umrahmten Floras Hüften, ihre Körper suchten nach einem Rhythmus, ihre Atemzüge reagierten aufeinander.
- Du machst mich verrückt, Alex... flüsterte Flora und krümmte ihren Rücken. Sind Sie so begeistert von Amélie?
- Überhaupt nicht, spottete er. Bei ihr passiert nichts. Sie weiß nicht, wie man Freude bereitet.
Ein Lachen erklang auf seiner Haut. Flora fuhr entzückt mit ihren Nägeln über seinen Rücken.
- Warum machst du dir dann die Mühe? Bald wirst du Alpha sein. Sie brauchen eine Frau, die diesen Titel verdient.
Sie hatte keine Zeit, weiter zu gehen. Etwas fiel schwer zu Boden. Die beiden Liebenden drehten den Kopf.
Amélie stand da, gebrechlich, mit gebrochenem Blick, die Kuchenschachtel kippte vor ihren Füßen um. Alex löste sich schnell von Flora und wirkte verschlossen. Flora rückte ihre Kleidung mit bewusster Langsamkeit zurecht, als wäre Amélie nur ein unbedeutendes Detail.
Es herrschte Stille, schwer wie ein Sturm.
Dann wurde Amélies Stimme lauter – erst ein schwacher Atemzug, dann ein schmerzerfüllter Schrei:
- Wofür ? Warum hast du mir das angetan?
Seine Hand suchte nach einem Gegenstand, irgendeinem Gegenstand, und eine Vase durchquerte den Raum. Alex wich ihm mit genervter Geschwindigkeit aus.
- Wirst du verrückt oder was?! schrie er.
Amélie drehte sich mit zusammengebissenen Zähnen zu Flora um.
- Hast du keine Sekunde darüber nachgedacht, was das mit mir machen würde?
Flora zuckte mit der Schulter und stellte sich dann neben Alex.
- Verschone uns dein Kino, antwortete Alex trocken. Du hast kein Recht, sie so anzusprechen.
Diese Worte brachten sie fast zum Stöhnen, als sie sie so hart trafen. Sein Begleiter? Hat er das wirklich gerade gesagt?
Ein brennender Schmerz strahlte durch seine Brust.
- Alex... Du hast Spuren bei mir hinterlassen. „Ich bin dein Seelenverwandter", flüsterte sie erschüttert.
Er schaute weg und dieses Schweigen war jede Antwort wert. Die Erde rutschte ihm unter den Füßen weg.
/0/31359/coverorgin.jpg?v=9874315d13af42cecb573a6f19055944&imageMogr2/format/webp)
/0/26862/coverorgin.jpg?v=56a84c38b9dedd1ea1d05847d54ee999&imageMogr2/format/webp)
/0/27285/coverorgin.jpg?v=a54f0c3f37c30059b3cdfc2ea4c021c1&imageMogr2/format/webp)
/0/20002/coverorgin.jpg?v=99d86f79620f320c6aaaedf12debb004&imageMogr2/format/webp)
/0/19879/coverorgin.jpg?v=b0aac28cb2e503fafa26fc413e00e783&imageMogr2/format/webp)
/0/29285/coverorgin.jpg?v=917a8c41102f4f9c763ec2c5da867afc&imageMogr2/format/webp)
/0/27255/coverorgin.jpg?v=5c475aecf61c9479792d263823199ec1&imageMogr2/format/webp)
/0/29345/coverorgin.jpg?v=42f927a03dd109e77a3ab914735313b2&imageMogr2/format/webp)
/0/29292/coverorgin.jpg?v=39a27359bb1291776c18d2e52baff9ad&imageMogr2/format/webp)
/0/27402/coverorgin.jpg?v=50423c3f45bde8feecbdf4c3e228fbd4&imageMogr2/format/webp)
/0/27700/coverorgin.jpg?v=ee5d00c0bf26042d01080ee835a42423&imageMogr2/format/webp)
/0/27135/coverorgin.jpg?v=ed5ce8d9fd1145797954c5af767b8f01&imageMogr2/format/webp)
/0/27681/coverorgin.jpg?v=589c35fbd3408a74bf0561a0db35c0d3&imageMogr2/format/webp)
/0/29317/coverorgin.jpg?v=f449d31b0688ed198fbfd13d687212a8&imageMogr2/format/webp)
/0/25190/coverorgin.jpg?v=5347b7a44c8624e26e17e4e3fe273934&imageMogr2/format/webp)
/0/30194/coverorgin.jpg?v=dd43ef10d4fd9aafb33a4f8d101006bf&imageMogr2/format/webp)
/0/29885/coverorgin.jpg?v=961a1d2568a961e0a7e53b1d7f91e2ec&imageMogr2/format/webp)
/0/19883/coverorgin.jpg?v=c2ea761c46806ce0bca5635464bfa739&imageMogr2/format/webp)
/0/20016/coverorgin.jpg?v=b836d0c569e7e63ba99664bf14eb7fa4&imageMogr2/format/webp)
/0/27251/coverorgin.jpg?v=0822991eb25c2271cc586f073c551fce&imageMogr2/format/webp)