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„Hör auf, so zu tun, als wärst du bewusstlos, Katherine. Willst du mich immer noch heiraten? Wenn du dich nicht bei Emily entschuldigst, werde ich dich niemals heiraten.“
Bei dem Klang der Männerstimme drückte Katherine Holt eine Hand an ihren pochenden Kopf und kämpfte darum, die Augen zu öffnen.
Sie blickte zu dem Mann, der gesprochen hatte: Preston Barnes stand neben dem Bett.
Eine tiefe Falte lag auf seiner Stirn, die Ungeduld stand ihm deutlich in die Augen geschrieben. Emily Wilson lehnte sich an ihn, still und zerbrechlich wirkend.
Katherine brauchte einen langen Moment, um zu verarbeiten, was geschehen war.
Sie war also noch am Leben.
Ein paar Stunden zuvor waren sie und Emily in einen Autounfall verwickelt gewesen.
Sie hatte Preston um Hilfe gerufen. Doch stattdessen war er herbeigeeilt, um Emily zu retten, die Tochter der Haushälterin der Familie Holt.
Der LKW-Fahrer hatte eine Vollbremsung gemacht, und das Fahrzeug war abrupt zum Stehen gekommen.
Katherine war darunter geschleift worden, ihr Bein unter der schweren Stoßstange eingeklemmt. Der Knochen brach in dem Moment, als das Gewicht ihn zerdrückte.
Schmerz durchzuckte ihren Körper. Kalter Schweiß bedeckte ihre Haut, während sie nach Luft rang und durch den schmalen Spalt unter dem Lkw spähte.
Sie sah, wie Preston Emily in den Armen hielt, während die Sorge ihm deutlich ins Gesicht geschrieben stand und er ihre Verletzungen überprüfte.
Emily hatte sich nur den Knöchel verstaucht und ein paar leichte Schnittwunden erlitten.
„Ruf einen Krankenwagen...“ Katherine presste die Worte mit letzter Kraft hervor.
Doch niemand antwortete ihr.
Einige Augenblicke später kam das Heulen einer Krankenwagensirene näher, und mehrere Sanitäter stiegen mit einer Trage aus.
Preston blieb dicht an Emilys Seite, als er ihr in den Krankenwagen half. Dann wies er die Sanitäter an, mit ihnen abzufahren.
Katherine wurde unter dem Lkw zurückgelassen.
Wäre nicht ein Passant stehen geblieben, um Hilfe zu rufen, wäre sie am Straßenrand verblutet, lange bevor Polizei und Feuerwehr zur Befreiung eintrafen.
Von ihrem Krankenhausbett aus blickte Katherine auf Preston und Emily, die beide vollkommen unversehrt waren, und spürte, wie ihr Herz kalt wurde.
Nach dem Unfalltod ihres Vaters hatte ihre Mutter die Leere im Haus nicht ertragen können. Sie hatte drei Jungen aus einem Waisenhaus aufgenommen, Preston, Carson Howard und Tyler Clark, und sie wie ihre eigenen Kinder großgezogen.
Ihre Mutter hatte auch beschlossen, dass einer der drei Katherine heiraten und mit ihr das Geschäft der Familie Holt erben sollte.
So absurd es auch klang, war sie, die Erbin der Familie Holt, den dreien weniger wichtig als die Tochter der Haushälterin.
Katherine sagte nichts und sah ihn nur an. Aus irgendeinem Grund irritierte Preston ihr Schweigen.
Normalerweise wäre Katherine schon beim geringsten Anflug von Ärger völlig aus der Fassung geraten. Mit Tränen in den Augen hätte sie sich an seinen Arm geklammert und sich entschuldigt.
Aber heute blieb sie vollkommen still.
Hatte der Unfall sie so sehr erschreckt?
In seinen Augen war es nur ein Autounfall gewesen. Der LKW hatte sie nicht einmal vollständig überrollt. Er hielt es überhaupt nicht für ernst.
„Katherine, jetzt reicht es aber“, fuhr Preston sie an. „Du bist doch wach, oder? Entschuldige dich sofort bei Emily!“
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