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Ximena Griffin wusste nicht, wie oft sie Ramon Mitchells Nummer in der letzten Stunde gewählt hatte, aber alle ihre Versuche waren erfolglos gewesen.
Sie hatte gerade ihr Baby zur Welt gebracht. Wie konnte er so herzlos sein?
Die weiße Krankenhausdecke lag zerknüllt in ihren Händen, ihre Sicht war verschwommen. Vor lauter Verzweiflung biss sie sich so fest auf die Unterlippe, dass aus ihren Zähnen Blut spritzte. Draußen konnte sie schwach hören, wie jemand vom Arzt forderte, das Baby am Leben zu erhalten. In diesem Moment fiel ihr ein, dass Ramon heute eine andere Frau heiratete.
Sie wusste, dass er nur das Baby behalten wollte, nicht sie.
Er hatte sogar schon einen Namen für das Baby und eine neue Mutter, die es ersetzen würde.
Wie absurd!
Ximena kämpfte mit den Tränen und ertrug die unerträglichen Schmerzen in ihrem ganzen Körper, während sie ihr Baby fest in den Armen hielt.
Ganz plötzlich öffnete sich von außen die Tür des Kreißsaals. Eine Gruppe von Leuten platzte herein, darunter auch Melanie Griffin.
Die Farbe wich aus Ximenas Gesicht. Sie hielt das Baby fester an sich gedrückt und blickte die Menschen vor ihr mit wütenden Blicken an.
Melanie betrachtete sie verächtlich und sagte spitz: „Gib mir das Baby, Ximena. Das bist du meiner Schwester schuldig. Wenn dem Baby etwas passiert, wird Ramon dich töten."
„Ich habe Lyla nichts getan!" Ximena erwiderte heftig.
Unbeeindruckt sagte Melanie höhnisch: „Das spielt keine Rolle mehr. Wenn Ramon glaubt, es sei deine Schuld, dann ist es deine Schuld! Gib mir das Baby. Er wird Lyla helfen, in die Mitchell-Familie zu kommen und Ramons Frau zu werden. Meine Familie wird sich darüber freuen. Und Sie werden im Gefängnis verrotten, wegen dem, was Sie ihr angetan haben!"
"NEIN! Ich habe nichts mit dem zu tun, was ihr passiert ist! Du kannst mir mein Baby nicht wegnehmen!" Ximena lehnte vehement ab.
Sie war unschuldig! Warum sollte Ramon diesen Unsinn glauben und sie auf diese Weise bestrafen?
Das war unfair! Sie trug das Baby neun Monate lang in ihrem Bauch und liebte es von ganzem Herzen. Sie würde niemals zulassen, dass ihn jemand wegnimmt.
Mit zitternden Händen griff Ximena nach ihrem Telefon und wählte immer wieder Ramons Nummer, aber ohne Erfolg. Schließlich wurde Ramons Telefon ausgeschaltet.
Melanie spottete: „Glaubst du wirklich, Ramon wird antworten?" Hör auf zu träumen. Für ihn sind Sie nichts weiter als ein Werkzeug. Jetzt, wo Sie das Baby zur Welt gebracht haben, sind Sie nutzlos geworden. Ramon hat sich von dir scheiden lassen, weil er so angewidert von dir war und lieber Lyla heiraten würde, während sie noch in einem vegetativen Zustand ist, als mit dir zusammen zu sein. Wach auf, Ximena. Ramon hat dich nie geliebt."
Als Ximena Melanies Worte hörte, fühlte es sich an, als würde ihr das Herz zerbrechen. Sie konnte nicht glauben, dass Ramon so grausam sein konnte. Ihre zweijährige Ehe bedeutete ihm nichts, und sie war für Lyla nichts weiter als ein Sprungbrett, um in die Familie Mitchell einzuheiraten!
Plötzlich breitete sich ein stechender Schmerz in ihrem Unterleib aus. Ximena stöhnte vor Entsetzen und Schock. Es fühlte sich an, als würde ihr ganzer Körper auseinandergerissen. Dann spürte sie, wie das Blut in ihren Schenkeln an ihren Beinen hinab auf den weißen Boden floss. Ihr Atem ging schwer, als würde sie ohnmächtig werden.
Die Krankenschwester schnappte nach Luft und schrie panisch: „Sie hat eine Blutung!"
Melanie sah nur zu, wie Ximena langsam zu Boden sank und fragte: „Warum stehst du da?" Hol das Baby! Beeilen Sie sich, sonst werden Sie es alle bereuen!"
Das Baby in Ximenas Armen wurde ihr eilig entrissen.
Ximena wurde ohnmächtig und fiel zu Boden. Um sie herum bildete sich eine Blutlache, doch niemand aus der Gruppe der hereingeplatzten Leute schien sich darum zu kümmern.
Als das Operationsteam des Krankenhauses von Ximenas Zustand erfuhr, stellte es in aller Eile eine Einverständniserklärung für die Operation aus, doch niemand war bereit, diese zu unterschreiben.
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