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Es war die Nacht meiner ersten eigenen Kunstausstellung, aber von meinem Alpha-Gefährten, Cameron, fehlte jede Spur. Die Luft war schwer von Champagner und Lob, aber jedes Kompliment fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht. Sie nannten mich „die Gefährtin des Alphas“, nicht eine Künstlerin.
Dann sah ich ihn in den Nachrichten. Er schirmte eine andere Frau, eine Alpha-Wölfin, vor dem Blitzlichtgewitter der Kameras ab. Das Tuscheln im Raum bestätigte es: Ihre Rudel fusionierten, besiegelt durch eine neue Verbindung. Er war nicht nur zu spät; es war eine öffentliche Hinrichtung unserer Bindung.
Seine Stimme drang kalt und unbeteiligt in meinen Kopf. „Katja braucht mich. Du bist ein Omega, sieh zu, wie du klarkommst.“ Keine Entschuldigung, nur ein Befehl. Das war der Moment, in dem der letzte Hoffnungsfaden, an den ich mich vier Jahre lang geklammert hatte, endgültig riss.
Er hatte mich nicht nur vergessen; er hatte mich systematisch ausradiert. Er hatte sich sogar die Anerkennung für die Milliarden-Euro-App geschnappt, die aus meinen geheimen Visionen entstanden war, und meine Kunst als bloßes „Hobby“ abgetan.
Aber der stille, unterwürfige Teil von mir starb in dieser Nacht. Ich ging in ein Hinterzimmer und schickte eine Nachricht an meine Anwältin.
Ich wies sie an, ein Dokument für das Ritual der Zurückweisung aufzusetzen, getarnt als Vertrag zur Übertragung des geistigen Eigentums für meine „wertlose“ Kunst. Er würde das Kleingedruckte niemals lesen. Mit derselben Arroganz, mit der er meine Seele zertrümmert hatte, würde er nun sein eigenes Schicksal besiegeln.
Kapitel 1
ARYANA POV:
Die Luft in der Galerie war dick. Sie roch nach teurem Champagner, menschlichem Parfüm und dem leisen, klaren Duft von Ölfarbe, die auf Leinwand trocknete. Aber der eine Duft, nach dem sich meine Seele sehnte, fehlte.
Kiefernholz und die elektrische Ladung eines nahenden Gewitters.
Cameron.
Mein Alpha. Mein Gefährte.
Er sollte hier sein. Das war mein Abend, meine erste eigene Ausstellung. Der Höhepunkt von Jahren, die ich über Leinwände gebeugt in dem sterilen, einsamen Penthouse verbracht hatte, das er unser Zuhause nannte.
Ein eiskaltes Unbehagen durchfuhr mich. Ich strich das schlichte Seidenkleid glatt, das ich trug, ein tiefes Mitternachtsblau. Es war elegant, aber es fühlte sich an wie ein Kostüm. Alles an diesem Leben fühlte sich an wie ein Kostüm.
Jemand stieß in der Nähe mit einem Glas an. „Ein Toast auf die Gefährtin des Alphas! So ein talentiertes kleines Omega-Weibchen.“
Die Worte waren als Kompliment gedacht, aber sie trafen mich wie ein Schlag ins Gesicht. *Die Gefährtin des Alphas.* Nicht Aryana Maurer, die Künstlerin. Nur eine Erweiterung von ihm. Ein Accessoire.
Über den Gedanken-Link, den gemeinsamen mentalen Raum unseres Rudels, konnte ich die Gedanken der anderen Schwarzfels-Wölfe im Raum spüren. Einige waren mitleidig. *Die Arme, er hat sie einfach versetzt.* Andere waren von einer grausamen Genugtuung durchzogen. *Sie war schon immer zu still für einen Alpha wie ihn.*
Der Gedanken-Link war ein Geschenk der Mondgöttin, dazu bestimmt, ein Rudel zusammenzuschweißen, eine Familie zu schaffen. Aber heute Abend fühlte er sich an wie ein Käfig aus Geflüster, und jedes Wort war ein Stich in mein Herz.
Ich zwang mich zu einem Lächeln für einen menschlichen Sammler, der mein größtes Werk bewunderte, einen wirbelnden Strudel aus Silber und Schatten, der die Geburt einer Idee darstellte. Seiner Idee.
Mein Blick wanderte zu dem großen Bildschirm am Ende der Galerie, der eigentlich eine Schleife meiner digitalen Skizzen zeigen sollte. Stattdessen lief dort eine Live-Nachrichtensendung.
Und da war er.
Cameron O'Neill. Mein Cameron.
Er stand auf den Stufen des Hamburger Rathauses, seine breiten Schultern eine Festung in einem perfekt geschneiderten Anzug. Sein kraftvoller Körper war schützend geneigt und schirmte eine andere Frau vor dem Blitzlichtgewitter der Kameras ab.
Katja Chavez, die Alpha-Wölfin des Rotmond-Rudels.
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