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Ding! Ein Signal ertönte auf ihrem Handy.
[Bitte begeben Sie sich dringend ins Krankenhaus für eine Blutspende.]
Naomi starrte auf den Bildschirm, wie erstarrt. Ihr Atem stockte abrupt, als hätte ihr jemand die Brust zerdrückt.
Der Absender: Mein Ehemann.
Ding!
Fast sofort erschien eine zweite Nachricht - eine Benachrichtigung über eine Banküberweisung.
Erhaltener Betrag: 500.000 Dollar.
Mit zitternden Fingern scrollte Naomi im Gesprächsverlauf nach oben.
[Denk daran, ins Krankenhaus zu gehen.]
[Überweisung erfolgt: 500.000 $.]
[Vergiss nicht, dein Blut zu spenden.]
[Überweisung erfolgt: 500.000 $.]
[Geh sofort ins Krankenhaus.]
[Überweisung erfolgt: 500.000 $.]
...
Drei Jahre Ehe, und das einzige Mal, dass Ethan Faulkner ihr schrieb, war dafür.
Kein Wort der Zuneigung. Kein Anruf. Nur Befehle.
Jede Nachricht bedeutete dasselbe: Verkaufe dein Blut.
Und dieses Blut, das wusste sie, ging nicht an Fremde - es war für Willow Qann bestimmt.
Ethan hatte sie immer behandelt, als wäre sie eine Fremde.
In diesem Monat hatte sie bereits drei Mal gespendet. Zu viel. Ihr Körper konnte nicht mehr.
Auf das Sofa gesunken, mit schwerem Kopf, spürte Naomi, wie ihre Augen zu brennen begannen. Noch gestern hatte sie über eine Stunde lang im strömenden Regen auf Ethan gewartet. Das Ergebnis: Fieber, Gliederschmerzen, Schwindel. Heute war sie nicht einmal zur Arbeit gegangen.
Und er wusste wahrscheinlich nichts davon.
Sie hustete, das Telefon noch in der Hand, unschlüssig.
Dann erschien eine neue Nachricht von einer unbekannten Nummer.
[Du magst zwar Mrs. Faulkner sein, aber du bist nur eine Fassade. Seit drei Jahren klammerst du dich an einen Platz, der dir nicht gehört.]
[Hat Ethan dich jemals angesehen? Er hat letzte Nacht mit mir geschlafen. Wenn ich du wäre, würde ich meinem Leben ein Ende setzen.]
[Du bist nur eine Ehemann-Diebin.]
Naomi spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog.
Ehemann-Diebin?
Sie, die rechtmäßige Ehefrau von Ethan Faulkner.
Drei Jahre hatte sie alles für ihn geopfert - Familie, Freunde, Würde - und so wurde sie genannt.
Die Worte trafen sie wie Steine. Sie spürte, wie etwas in ihr lautlos zerbrach.
Ein Foto folgte der Nachricht.
Ethan schlief, sein Gesicht ruhig, fast so schön, dass es weh tat, es anzusehen.
Und an seiner Schulter geschmiegt lag Willow Qann, ihre Lippen leicht zu einem zufriedenen Lächeln gekrümmt.
Sie sahen aus wie ein vollkommen glückliches Paar.
Das Telefon vibrierte erneut. Ein eingehender Anruf - Villa Faulkner.
Naomi nahm ab.
Die trockene und befehlende Stimme von Queena, Ethans Mutter, knallte aus dem Hörer:
- Naomi, hast du vergessen, welcher Tag heute ist? Die Hausangestellten haben frei. Beeil dich und komm kochen!
Naomi lachte schwach auf und legte wortlos auf.
Seit drei Jahren bewegte sie sich in dieser Ehe auf Zehenspitzen.
Bei der Arbeit verbog sie sich, um Ethans perfekte Sekretärin zu sein, trotz der Gerüchte und des Spottes.
Zu Hause behandelten Ethans Mutter und Schwester sie wie eine Eindringling, schoben ihr die unerquicklichsten Hausarbeiten zu.
Naomi, die eigentlich die junge Ehefrau der Familie Faulkner sein sollte, war nichts weiter als eine schweigende Dienerin.
Und dennoch hatte sie alles ertragen. Aus Liebe.
Doch Ethan erinnerte sich nie daran.
Für ihn war sie nur eine weitere Angestellte, eine gehorsame Blutspenderin, die man bezahlt, damit sie schweigt.
An diesem Abend spürte sie, wie etwas in ihr erlosch.
Sie hatte alles geschluckt: die Demütigung, die Einsamkeit, die Verachtung.
Aber dieses Foto... das war zu viel.
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