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Kara starrte auf ihr Spiegelbild im schmutzigen Spiegel der Café-Toilette, ihre Haut wirkte durchscheinend. Ihre Finger zitterten, als sie die Senden-Taste auf dem Wegwerfhandy drückte. Das verschlüsselte Datenpaket verschwand vom Bildschirm, auf dem Weg zum Kunden, der sie nur als „The Ghost" kannte.
Ein scharfer Krampf durchzuckte ihren Unterleib, es war kein normaler Schmerz, es fühlte sich an, als würde ein gezacktes Messer durch ihre Eingeweide gezogen. Das Handy rutschte ins Waschbecken. Kara keuchte und umklammerte den Rand des Porzellanwaschbeckens so fest, dass ihre Knöchel weiß wurden.
Dann spürte sie es, ein warmes, feuchtes Gefühl, das an der Innenseite ihres Oberschenkels hinunterlief.
Kara blickte nach unten.
Auf den rissigen beigen Fliesen spritzte ein Tropfen leuchtend rotes Blut, dann noch einer, dann ein Rinnsal.
Sie stolperte rückwärts und stieß mit einer Frau zusammen, die gerade hereinkam. Die Frau schrie auf.
Die Ränder von Karas Sichtfeld wurden schwarz, sie fiel. Das Letzte, was sie sah, war ihre eigene Hand, blass und zitternd, die sich über den Boden ausstreckte, während sich eine rote Lache um sie herum ausbreitete.
Die Geräusche der Notaufnahme waren eine Symphonie des Chaos: Piepende Monitore. Das Quietschen von Gummisohlen auf Linoleum. Stimmen, die medizinisches Fachjargon riefen, das Kara nicht verarbeiten konnte.
Sie lag auf einer fahrbaren Trage, die Lichter über ihr waren blendend.
Dr. Evans war da. Sie erkannte ihn von ihren früheren, geheimen Besuchen. Er sah grimmig aus und schrie einer Krankenschwester Befehle zu, die versuchte, eine Vene in Karas von blauen Flecken übersätem Arm zu finden.
Kara griff nach dem Ärmel des Arztes.
„Mein Baby", flüsterte sie. „Ist das Baby in Ordnung?"
Dr. Evans sah sie nicht an, er blickte auf den Monitor, seine Stimme war schnell und abgehackt.
„Akute Komplikationen durch die Leukämie, wir müssen die Schwangerschaft sofort beenden. Wir müssen sofort eine Ausschabung durchführen, oder Sie werden verbluten."
Kara schüttelte den Kopf, Tränen mischten sich mit dem kalten Schweiß auf ihren Schläfen. „Nein. Bitte. Retten Sie ihn."
„Wir haben keine Wahl, Kara. Sie sterben."
Der Arzt sah die Krankenschwester an. „Holen Sie die Einverständniserklärungen, wir brauchen eine Unterschrift, oder holen Sie den Ehemann. Ist der Ehemann hier?"
Karas Hand glitt von seinem Ärmel, sie nickte schwach. Die Krankenschwester drückte ihr ein Handy in die Hand. Es war ihr persönliches Handy.
Sie wählte die Nummer, die ganz oben in ihrer Kontaktliste angeheftet war. Die Nummer, die sie während der Geschäftszeiten niemals anrufen sollte.
Davin.
Der Konferenzraum bei Johnston Global war still, bis auf das Summen der Klimaanlage. Davin Johnston saß am Kopfende des langen Mahagonitischs, während das Akquisitionsteam monoton über Quartalsprognosen referierte.
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