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„Guten Abend. Ich möchte zu Herrn Joel Asante. Ist er da?", sagte Thalassa zu der Dame an der Rezeption des Astoria-Hotels.
Sie war so angespannt, dass sie erst bemerkte, wie sie laut mit den Fingern auf die Theke trommelte, als eine Frau neben ihr zischte und sie böse anfunkelte.
Mit einem entschuldigenden Lächeln wandte Thalassa den Blick wieder der Empfangsdame zu, die die Terminüberprüfung inzwischen abgeschlossen hatte.
„Ja, er ist da. Und er erwartet Sie. Suite 13. Nehmen Sie den Aufzug in den siebten Stock und halten Sie sich dann links."
„Vielen Dank", sagte Thalassa und drehte sich zum Gehen um, wobei ihr Unbehagen mit jedem Schritt in Richtung Aufzug wuchs.
Warum hatte sie das Gefühl, dass etwas nicht stimmte?
Ihre Schwiegermutter Linda Miller hatte sie zu diesem Joel Asante geschickt. Linda Miller hatte Thalassa nie gemocht, seit diese angefangen hatte, sich mit ihrem Sohn Kris Miller zu treffen, und die Abneigung hatte noch weiter zugenommen, seit Kris und Thalassa vor einem Jahr geheiratet hatten.
Als ihre Schwiegermutter sie heute also angerufen und ihr aufgetragen hatte, einige Dokumente zu überbringen und unterschreiben zu lassen, wenn sie denn ihre Anerkennung verdienen wolle, hatte Thalassa keinen Moment gezögert. Vielleicht würde Kris endlich wieder der Mann werden, den sie einst gekannt hatte, falls es ihr gelang, die Anerkennung ihrer Schwiegermutter zu gewinnen.
Das Klingeln ihres Handys durchbrach ihre Gedanken. Thalassa ging schnell ran, als sie sah, dass es ihre beste Freundin Karen Blade war.
„Lassa, wirst du wirklich tun, worum dich deine Schwiegermutter gebeten hat?", fragte Karen.
„Ja", antwortete Thalassa. „Ich bin jetzt im Hotel. Aber Karen, ich weiß nicht, warum ich das Gefühl habe, dass irgendetwas nicht stimmt."
Karen stieß einen erschöpften Seufzer aus. „Lassa, ich habe dir doch schon gesagt, dass du die Dinge zu sehr zerdenkst. Linda möchte, dass du etwas ganz Einfaches tust, um ihre Anerkennung zu bekommen. Zerbrich dir nicht den Kopf darüber."
Lassa lächelte. „Du hast recht."
Gerade als sie das Gespräch beendeten, ertönte das Klingeln des Aufzugs, und seine Türen öffneten sich langsam. Thalassa stieg aus und wandte sich nach links, wie die Empfangsdame es gesagt hatte.
Als sie die Tür mit der Nummer 13 erreichte, drückte sie auf die Klingel. Nach einigen Sekunden wollte sie gerade erneut klingeln, als die Tür plötzlich aufschwang und einen halbnackten Mann zum Vorschein brachte. Er trug nur blaue Shorts, sein Oberkörper war entblößt.
Thalassa verzog leicht das Gesicht, als sie sprach. „Herr Joel Asante?"
„Zu Ihren Diensten." Der Mann schenkte ihr ein Lächeln, das sicherlich charmant wirken sollte. „Und Sie müssen Thalassa Miller sein. Bitte kommen Sie herein."
Thalassa trat langsam in das Wohnzimmer der Suite. Der Mann deutete auf die Couch.
„Bitte setzen Sie sich."
Sie zögerte und wollte ihn daran erinnern, dass sie nur wegen seiner Unterschriften hier war, doch als ihr wieder einfiel, dass ihre Schwiegermutter ihr eingeschärft hatte, den Mann nicht zu verärgern, setzte sie sich langsam hin.
„Was darf ich Ihnen anbieten? Champagner, Wein, Bier?", fragte der Mann.
„Danke, nichts", antwortete Thalassa mit zusammengebissenen Zähnen. Sie wollte nur, dass er endlich unterschrieb, damit sie gehen konnte.
Und warum zog er sich nicht endlich ein Hemd an?
„Ach, kommen Sie schon. Ein Glas Wein kann doch wohl nicht schaden, oder?", beharrte der Mann.
Diesmal machte sich Thalassa nicht mehr die Mühe, ihren finsteren Blick zu verbergen. „Es tut mir leid, aber ich bin nur hier, damit Sie diese Dokumente unterschreiben."
Sie zog einen Ordner aus der Handtasche, die sie mitgebracht hatte, und reichte ihn dem Mann. „Meine Schwiegermutter Linda Miller sagte, Sie wüssten bereits, was in den Unterlagen steht."
Der Ordner war versiegelt, und Thalassa wusste selbst nicht, was sich in den Dokumenten befand. Ihre Schwiegermutter hatte sie gewarnt, ihn nicht zu öffnen, und sie hatte es nicht gewagt, um sie nicht zu verärgern.
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