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Die schwere Mahagonitür der Präsidentensuite des Plaza Hotels stand vor Isidora.
Manhattan, oberste Etage
Die schwere Mahagonitür der Präsidentensuite des Plaza Hotels stand vor Isidora.
Sie umklammerte die Universal-Schlüsselkarte so fest, dass sich die scharfen Plastikkanten in ihre Handfläche bohrten. Der Schmerz erdete sie.
Sie zog die Karte durch. Das grüne Licht blinkte auf, gefolgt von einem leisen Klicken.
Isidora stieß die Tür auf. Die Luft im Inneren traf sie wie ein körperlicher Schlag, schwer vom Geruch teuren Champagners und billiger Lust.
Sie trat auf den Perserteppich. Ihr Blick fiel sofort auf ein maßgeschneidertes Armani-Sakko, das auf dem Boden lag. Es gehörte Kevin.
Ein schwarzer Spitzen-BH hing am Rand des Kristallleuchters im Flur. Es war der von Chantelle, ihrer ehemals guten Freundin.
Isidoras Magen zog sich heftig zusammen, Säure brannte ihr in der Kehle. Das war der Mann, den sie in ein paar Monaten heiraten sollte.
Aus der halb geöffneten Schlafzimmertür hallten die unverkennbaren Geräusche von nasser Haut, die auf Haut klatschte, und lautes, hemmungsloses Stöhnen durch die stille Suite.
Sie weinte nicht. Stattdessen durchströmte eine eiskalte Ruhe ihre Adern.
Isidora zog ihr Handy aus der Tasche. Sie öffnete die Kamera, schaltete in den Videomodus und vergewisserte sich, dass der Blitz ausgeschaltet war.
Sie ging auf das Schlafzimmer zu und stieß die Tür mit dem Absatz weit auf.
Der Bildschirm ihres Handys beleuchtete die verschlungenen Gliedmaßen auf dem Kingsize-Bett. Kevin war obenauf, sein Gesicht im Nacken des blonden Models vergraben.
Das plötzliche Licht ließ Kevin erstarren. Er riss den Kopf herum, seine Augen weit aufgerissen vor lauter Panik.
„Was zum Teufel!", brüllte Kevin, schnappte sich ein Kissen und schleuderte es zur Tür. „Du gruseliger, hässlicher Freak! Verschwinde!"
Isidora zuckte nicht zusammen. Sie neigte nur den Kopf und ließ das Kissen gegen den Türrahmen prallen.
Ihr Daumen drückte den roten Stopp-Knopf. Das Video war gespeichert.
Sie sah Kevins blasses, verschwitztes Gesicht an. In ihrer Brust war keine Eifersucht, nur die kalte Genugtuung eines Jägers, der seine Beute erlegt hat.
Chantelle stieß einen durchdringenden Schrei aus und zog das Seidenlaken hoch, um ihre Brust zu bedecken.
Isidora kehrte ihnen den Rücken zu. Sie verließ die Suite, während ihre Absätze in einem gleichmäßigen, gnadenlosen Rhythmus auf dem Parkettboden klickten.
Als sie den Aufzug erreichte, fühlte es sich an, als würden ihre Lungen kollabieren. Sie schlug mit der Hand auf den Knopf für die Dachterrassen-Bar.
Sie brauchte Alkohol. Sie brauchte ihn, um den Schmutz wegzubrennen, den sie gerade gesehen hatte.
Die Aufzugtüren öffneten sich direkt in das schummrige, violette Umgebungslicht der Dachterrassen-Bar. Der schwere Bass einer Jazzband vibrierte in ihrem Brustkorb, konnte aber das Rumoren in ihrem Magen nicht übertönen. Sie zwang die Übelkeit hinunter, ihr Gesicht immer noch eine Maske aus dicker, ungleichmäßiger Foundation und falschen Sommersprossen, ihre Augen hinter einer scheußlichen, dickrandigen schwarzen Brille versteckt. Sie war ein wandelnder, atmender Witz, und heute Abend würde sie sich dem hingeben.
Sie ging in die abgelegenste Ecke der Bar und ignorierte die Seitenblicke, die ihre seltsame Erscheinung auf sich zog.
„Einen trockenen Martini. Machen Sie ihn so stark wie möglich", sagte Isidora zum Barkeeper.
Als das Glas kam, nippte sie nicht daran. Sie warf den Kopf in den Nacken und schluckte die brennende Flüssigkeit in einem Zug hinunter.
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