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Der Ring ließ sich leichter abziehen, als er sollte.
Faith Mckenzie stand am bodentiefen Fenster des Hauptschlafzimmers und sah zu, wie kahle Winteräste nach dem grauen Himmel von Manhattan krallten. Der Blick auf den Central Park, der ihr einst den Atem geraubt hatte, wirkte nun wie ein Gemälde, das sie zu lange angestarrt hatte – wunderschön, teuer und vollkommen leblos.
Sie drehte den fünkarätigen Diamanten im Smaragdschliff zwischen ihren Fingern. Der Familienstein der Jarvis. Vierzehn Jahre lang poliert und ausgestellt wie ein weiterer Vermögenswert in ihrem Portfolio.
Er schlug auf dem marmornen Waschtisch auf, mit einem Geräusch wie knackendes Eis.
„Mrs. Jarvis?"
Hollys Stimme drang durch die schwere Eichentür, zögerlich und zu laut. Faith antwortete nicht. Sie sah zu, wie der Ring auf dem kalten Stein kreiselte, das Winterlicht einfing, bis er an einem Kristallparfümflakon zur Ruhe kam.
Die Tür wurde aufgestoßen. Holly trat ein, ihre vernünftigen flachen Schuhe lautlos auf dem Teppich, und erstarrte.
Ihr Blick fiel auf den Ring. Dann auf Faiths nackte linke Hand. Dann wieder auf den Ring.
„Oh Gott", flüsterte Holly. Sie presste tatsächlich eine Hand auf ihre Brust, so wie es Frauen in Filmen taten, die Faith schon vor Jahren nicht mehr ansah. „Oh mein Gott, Mrs. Jarvis."
Faith hob zwei dicke Manila-Umschläge vom Bett auf. Das Wachssiegel der Anwaltskanzlei fing das Licht ein – karmesinrot, offiziell, endgültig. Sie hielt sie ihr hin.
Holly rührte sich nicht. „Ist das – sind Sie –" Ihre Stimme brach. „Allein die Verhandlungen über den Ehevertrag haben achtzehn Monate gedauert. Die Treuhandstrukturen, der Immobilienbesitz, wenn Sie ohne –"
„Nehmen Sie sie."
Hollys Finger schlossen sich um die Umschläge. Ihre Hände zitterten. Faith konnte sehen, wie Schweiß das Papier an der Stelle, wo ihr Daumen auflag, dunkel färbte.
„Sie tun das wirklich", sagte Holly. Keine Frage mehr. „Sie verlassen ihn wirklich."
Faith ging an ihr vorbei in den begehbaren Kleiderschrank. Reihe an Reihe hing Pariser Couture in perfekter Farbabstimmung – Seidenstoffe, die mehr kosteten als die meisten Wohnungen, Pelze, die sie nie gewollt hatte, Roben für Galas, auf denen sie gelächelt hatte, bis ihr das Gesicht schmerzte.
Sie griff ganz nach hinten. Ihre Finger fanden Baumwolle, Leinen, etwas, das atmete.
Der beige Trenchcoat war sechs Jahre alt, gekauft bei einem Ausverkauf bei Macy's, bevor sie gelernt hatte, dass Jarvis-Frauen nicht in Kaufhäusern einkauften. Sie hatte ihn hinter einer Wand aus Chanel versteckt wie ein geheimes Ich.
Das Seidenfutter raschelte, als sie in die Ärmel glitt. Der Gürtel schloss sich um ihre Taille – zu locker jetzt, sie hatte in den letzten Monaten abgenommen. Sie schlug den Kragen hoch und zog den Reißverschluss bis zum Hals zu.
Als sie sich umdrehte, waren Hollys Augen feucht.
„Sie sehen aus –" Holly hielt inne. Schluckte. „Sie sehen aus wie jemand anderes, Mrs. Jarvis."
„Gut."
Ein Klopfen an der Schlafzimmertür. Rosas Stimme, gedämpft und förmlich: „Der Wagen wartet, Mrs. Jarvis. Mr. Gus lässt den Motor laufen."
Faith überprüfte nicht ihr Spiegelbild. Sie richtete weder ihr Haar noch legte sie die Perlenohrringe an, von denen Bransons Mutter behauptet hatte, sie würden jedes Outfit vervollständigen. Sie ging zur Tür und zog sie auf.
Rosa stand im Flur, ihre graue Uniform mit militärischer Präzision gebügelt. Ihr Blick wanderte über Faiths Mantel, ihren nackten Hals, ihr ungeschminktes Gesicht. Etwas zuckte darin – Überraschung vielleicht, oder die schnelle Berechnung einer Dienerin, die gelernt hatte, Machtverschiebungen zu deuten.
„Werden Sie den Silbernerz benötigen, Mrs. Jarvis? Die Temperatur ist auf –"
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