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Während einer stürmischen Nacht peitschten unerbittliche Winde den Regen gegen die bodentiefen Fenster.
In der prächtigen Villa brannte Licht nur in einem einzigen Schlafzimmer.
Kallie Cooper lehnte sich gegen das Kopfteil des Bettes, ihre Augen glitten über ein Buch, während die Müdigkeit langsam von ihr Besitz ergriff.
Plötzlich schwang die Schlafzimmertür auf.
Erschrocken blickte Kallie auf und sah ihren Mann, Jake Reeves, im Türrahmen stehen.
Jake stand da, makellos gekleidet in einem scharfen Anzug, seine attraktiven Züge von einem finsteren Ausdruck überschattet.
Bevor Kallie ein Wort sagen konnte, presste Jake seine Lippen auf ihre. Der Geruch von Alkohol vermischte sich mit der frischen Nässe des Regens. Seine kalte Hand glitt unter ihren Rock und drückte fest gegen ihr abwehrendes Bein.
Mit rauer, eindringlicher Stimme befahl Jake: „Beweg dich nicht."
Kallie erstarrte, während der Schmerz zunahm. Ein leiser, verzerrter Laut entwich ihr.
Als Jake sie hörte, runzelte er die Stirn und legte eine Hand über ihren Mund.
Stumm klammerte sich Kallie an Jakes muskulösen Arm, ihr Griff verzweifelt, als wollte sie sich an einem tobenden Meer festhalten. Sie war völlig erschöpft, als Jake schließlich von ihr abließ und ins Bad verschwand.
Kaum war die Badezimmertür hinter ihm zugefallen, vibrierte sein Handy auf dem Nachttisch.
Reflexartig blickte Kallie hinüber und sah eine neue Nachricht auf dem Display aufleuchten. „Jake, es tut mir leid, okay? Musst du jedes Mal zu deiner stummen Frau zurückkehren, wenn wir streiten? Es tut mir wirklich weh."
Das Licht in Kallies Augen erlosch. Ihr wurde schmerzlich bewusst, dass sie niemals die Kunst des neckenden Tadels oder der sanften Beschwerden beherrschen würde, die Liebende in stillen Nächten austauschen.
Eine schwere Krankheit in ihrer Kindheit hatte ihr die Stimme geraubt – sie war unfähig zu sprechen. Alles, was sie hervorbringen konnte, waren gebrochene Laute, die selbst ihr eigener Ehemann nicht ertragen konnte.
Durch das matte Glas der Badezimmertür zeichnete sich Jakes hohe Silhouette ab. Sie wandte schnell ihren Blick ab.
Jake rieb sich achtlos mit einem Handtuch die feuchten Haare, sein Blick kalt und abweisend auf sie gerichtet. „Hast du gerade auf mein Handy geschaut?" fragte er.
Kallie zuckte zusammen, schüttelte hastig den Kopf und bestritt es instinktiv. Sie wollte klarstellen, dass es nur ein flüchtiger Blick gewesen war.
Doch Jakes Geduld war erschöpft. Mit eiskalter Stimme stellte er klar: „Fass mein Handy nie wieder an."
Kallie zwang sich zu einem Lächeln, biss sich auf die Lippe und nickte gehorsam. Jakes Liebe gehörte nicht ihr. Ihre Ehe war von seinem Großvater arrangiert worden. Jake hatte unmissverständlich klargemacht, dass er sie nur geheiratet hatte, weil sie die Adoptivtochter der Familie Reeves war – und er sich dem Willen seines Großvaters nicht widersetzen wollte.
Seit fünf Jahren hatte Kallie nie eine Grenze überschritten. Sie wusste von seinen Affären, doch sie schwieg – aus Angst, ihn zu verärgern.
Sie atmete tief durch und deutete an, ihm ein Glas Milch zu holen. Ohne den Mut, Jakes gleichgültigen Blick zu erwidern, verließ sie hastig das Zimmer.
Hinter ihr nahm Jake sein Handy in die Hand und löschte die Nachricht, ohne sie auch nur zu lesen.
Kallie stand früh auf.
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