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Mein Weg als Deutscher und Jude

Chapter 3 No.3

Word Count: 944    |    Released on: 30/11/2017

r und Züchtiger, als auch in der opportunistisch abgekl?rten der modernen Synagoge. Erschreckend sein Bild i

sen, beschworen allein durch das Verlangen nach einer tragenden Idee. In dem Ma?, wie diese Idee sich als unbefriedigend erwies, sei es durch ihre Mittelm??igkeit, sei es durch ihre geahnte Verbrauchtheit, geriet ich in einen nicht minder bill

en. Die Mutter war zu bald aus dem Kreis geschwunden, den Vater beraubten Tagesplage und Existenzangst immer mehr des Aufblicks. Er ertrug kaum die auf ihn gerichteten Augen seiner Kinder, denn der Umstand, da? die unabl?ssige Plage ihm, ihm allein, wie er w?hnte, keinen Erfolg brachte, erfüllte ihn mit Scham, und er sah immer aus wie vom b?sen Gewissen gequ?lt. Es war uns geradezu verboten zu fragen, und übertretung wurde zuweilen streng geahndet. Daher auch wuchs inneres Unkraut ohne Schranke bei mir. Ich erinnere mich, da? ich in krankhafter Weise an Gespensterfurcht litt, an Menschenfurcht, an Dingfurcht, an Traumfurcht, da? in allem, was mich umgab, eine dunkle Bezauberungsmacht wirkte, stets u

riffen gelauscht hatte, mich in den Arm nahm und sagte: ?Aus dir k?nnt' ein guter Christ werden, du hast ein christliches Herz!? Ich entsinne mich auch, da? mir dieses Wort Schrecken erregte. Erstens, weil es eine stumme Verurtei

Dazu kam das erhorchte Wort eines Erwachsenen, Wort der Klage, der Kritik, der Verfemung, Ausdruck wiederkehrender typischer Erlebnisse, warnend und signalgebend in Redensarten wie im t?glichen Geschehe

rkt in das Alltagsleben der christlichen Handwerker- und Kleinbürgerwelt, da? wir dort unsere Gespielen hatten, unsere G?nner, Zuflucht in Stunden der Verlassenheit; in Wohnungen der Goldschl?ger, der Schreiner, der Schuste

ht, als aus Mitleid und Gutmütigkeit geduldeter noch weniger, als einer, der aufgenommen wird, weil man seine Art und Herkunft zu ignoriere

zwischen meiner ungestümen Forderung und ihrer Gew?hrung, so h?tte ich mich verlieren, schlie?lich mich selbs

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Mein Weg als Deutscher und Jude
Mein Weg als Deutscher und Jude
“Dieses eBook wurde mit einem funktionalen Layout erstellt und sorgfältig formatiert. Die Ausgabe ist mit interaktiven Inhalt und Begleitinformationen versehen, einfach zu navigieren und gut gegliedert. Jakob Wassermann (1873-1934) war ein deutsch-jüdischer Schriftsteller. Er zählte zu den produktivsten und populärsten Erzählern seiner Zeit. Neben den Romanen schrieb Wassermann erfolgreiche Biographien (Christoph Columbus, 1929) und setzte seine Essayistik fort, in der er sich immer wieder auch mit der Existenzform des Juden in nichtjüdischer Umgebung befasste (Mein Weg als Deutscher und Jude, 1921) - zuletzt noch in den 1933, dem Jahr seines Ausschlusses aus der Preußischen Akademie der Künste, herausgekommenen Selbstbetrachtungen. Gleichzeitig mit der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland wurden seine Bücher verboten, obwohl er bis dahin einer der meistgelesenen Autoren gewesen war. Das bedeutete für ihn nicht nur den materiellen Ruin, sondern vor allem den Zusammenbruch seiner lebenslang gehegten Hoffnungen, durch sein Werk mithelfen zu können, eine Welt des Friedens ohne nationale Spannungen und ohne Rassenhass aufzubauen. Aus dem Buch: "Niemals kann auch ein deutscher Dichter, und nun gar ein Romandichter (den Begriff gibt es erst seit zwanzig Jahren, vordem haben die Professoren nicht gestattet, daß man einen Romanschreiber Dichter nenne), im selben Sinn die Nation repräsentieren wie etwa Balzac Frankreich, Dickens England, Tolstoi Rußland repräsentiert hat. Der deutsche Epiker hängt in der Luft, er spielt im Dasein des Volkes keine Rolle, und zwingt er das Augenmerk und die Herzen dennoch zu sich, so spürt er zugleich einen sonderbaren öffentlichen Widerstand, eine ebenso sonderbare heimliche Abwehr, als ginge dies gegen den Ernst und die Würde."”
1 Chapter 1 No.12 Chapter 2 No.23 Chapter 3 No.34 Chapter 4 No.45 Chapter 5 No.56 Chapter 6 No.67 Chapter 7 No.78 Chapter 8 No.89 Chapter 9 No.910 Chapter 10 No.1011 Chapter 11 No.1112 Chapter 12 No.1213 Chapter 13 No.1314 Chapter 14 No.1415 Chapter 15 No.1516 Chapter 16 No.1617 Chapter 17 No.1718 Chapter 18 No.1819 Chapter 19 No.1920 Chapter 20 No.2021 Chapter 21 No.2122 Chapter 22 No.2223 Chapter 23 No.2324 Chapter 24 No.2425 Chapter 25 No.2526 Chapter 26 No.26